Ludwig XIV

Ludwig XIV​ - ein Biographien Referat

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Ludwig XIV.

Ludwig XIV.


Ludwig XIV. wurde am 5. September 1638 in Saint-Germain-en-Laye geboren. Bereits als er fünf Jahre alt war starb sein Vater Ludwig XIII. an den folgen einer schweren Krankheit. Da Ludwig noch zu jung war um König zu werden führte Kardinal Mazarin und die Gemahlin von Ludwig XIII. die Regierungsgeschäfte. Die Aufstände der Fronde, die zwischen 1648 und 1653 die Monarchie erschütterten, beeindruckten Ludwig stark und überzeugten ihn von der Notwendigkeit, in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft für Ordnung und Stabilität zu sorgen, Reformen durchzuführen, aber auch und vor allem die Autorität der Krone wieder zu stärken. 1660 im Alter von 22 Jahren heiratete er aufgrund des erst kürzlich geschlossenen Pyrenäenfriedens mit Spanien, die Tochter des Spanischen Königs, Marie Theresia. Er übernimmt erst 1661 nach dem Tod Kardinal Mazarin die Regierung, vereinigt die ministerielle Allgewalt der beiden großen Kardinäle mit der königlichen Würde ,, von Gottes Gnaden“ zum klassischen Absolutismus. Bereits innerhalb von wenigen Jahren gelang es ihm den Adel aus der Politik zu verdrängen. Unter seiner Herrschaft organisierte er das Heer nach seinen Vorstellungen. Er ernannte nur noch Minister und Beamte, die ihm fähig und geeignet erschienen.

Die vier Eckpfeiler seiner Herrschaft waren: 1. Ein Stehendes Heer. 2. Beamte für die Zentrale Verwaltung. 3. Förderung der Kunst. 4. Versailles als Machtfestung in Europa.


1. Ludwig XIV. besaß ein Heer von ca. 500.000 Mann, dadurch hatte Frankreich damals das stärkste Heer Europas. Ludwig XIV. förderte vor allem die Ausrüstung ( z.b. Uniform, Waffen) und die Ausbildung.

2. Ludwig setzte Beamte für eine Zentrale Verwaltung ein, dadurch schränkte sich die Macht des Adels immer mehr ein. Ein Entschluss von weit reichender Bedeutung war die Ernennung Jean-Baptiste Colberts zum Oberintendanten der Finanzen: Colbert förderte im Sinn des Merkantilismus die heimische Wirtschaft und Export, baute die französische Flotte sowie Straßen und Wasserstraßen aus.

3. Er förderte vor allem die Kunst und die Wissenschaft. Er bewies dies damit das er die ,, Academie Francaise“ gründete, wodurch Frankreich das Kulturelle Vorbild für Europa wurde.

4. Ludwig XIV. baute das Jagdschloss seines Vaters zum damals größten Schloss in Europa aus. Der Bau dauerte 42 Jahre. Pro Tag arbeiteten 20.000 Menschen mit ca. 6.000 Pferden. In Versailles das westlich von Paris lag, zog 1677 der gesamte Hofstaat von ca. 20.000 Personen von Paris nach Versailles ein. Seitdem wohnten in den ca. 1.300 Räumen von Versailles: ca. 1.000 Adelige, 3.000 Diener, 5.000 Kutscher, Gärtner und Knechte, 50 Ärzte, 400 Köche und 9.000 Soldaten. Am Hof gab es Theater- und Musikaufführungen, dazu wurden auch noch Feste gefeiert. Dabei entwickelten sich neue Werte, wie z. B. Höflichkeit, Eleganz, gutes Benehmen, Aussehen, Charme und Konversation. Ludwig XIV. baute Versailles auch, um seine Macht zu festigen. Die Adeligen, die an den Hof gerufen wurden, wurden dort von ihm kontrolliert, und konnten in der Ferne keinen großen Schaden mehr anrichten. Im gesamten Europa wollten große und kleine Fürsten den Sonnenkönig nacheifern. Sie bauten Schlösser nach dem Vorbild von Versailles (z. B. Bayreuth, München,…), und führten Französisch als offizielle Hofsprache ein.

Eine Quelle berichtet:

… Des Morgens weckt der erste Kammerdiener zu der bestimmen Stunde Ludwig XIV. Und der Reihe nach treten fünf Gruppen von Leuten ein, um ihre Aufwartung zu machen…

Zuerst kommt die ,,vertrauliche Gruppe“ (Entree lamiliere). Sie besteht aus den königlichen Kindern, den Prinzen und Prinzessinnen von Geblüht, dem ersten Arzt, dem ersten Chirurgen und andern nützlichen Personen.
Dann folgt die ,,große Gruppe“ (Grande Entree); dabei befinden sich der Großkämmerer, die ersten Kammer-Edelleute, die Herzöge von Orleans und Penthoivie, einige besonders begünstigte Seigneurs, die Ehren- und Kammerdamen der Königin und Prinzessinnen, sowie Barbiere, Schneider und verschiedene Diener. Man gießt dem König aus einer vergoldeten Schale Franzbranntwein auf die Hände und reicht ihm den Weihkessel. Er bekreuzt sich und betet. Dann erhebt er sich vor der ganzen Gesellschaft aus dem Bette, zieht die Pantoffeln und den ihm vom Großkämmerer und vom ersten Kammer-Edelmann gereichten Schlafrock an und setzt sich auf den Ankleidesessel. In diesem Augenblick wird die dritte Gruppe hereingelassen (Entree des brevels), die teils aus Günstigen, teils aus einer Menge von Dienstleuten, wie Ärzten und Chirurgen, Intendanten der Lustbarkeit, Vorlesern u. a. zusammengesetzt ist. Auch die Nachtstuhl-Inspektoren fehlen nicht. die Öffentlichkeit des Lebens des Königs ist so groß, dass keine seiner Handlungen ohne Zeugen ist. Im Momente, da man den anzukleiden beginnt, nähert sich diesem der von einem Ordner benachrichtigte erste Kammer-Edelmann und nennt ihm die Namen der vor der Türe wartenden Edlen. Diese treten als vierte Gruppe (Entree de la chabre) ein, die zahlreicher ist als die vorhergehenden. Sie umfasst außer den Mantel- und Büchsenträgern, den Tapezlerern und übrigen Dienern die meisten hohen Beamten, den Groß-Almosenier, die außerordentlichen Almosenlers, den Kaplan, den Prediger, den Hauptmann der Schweizer Garden, den Oberjägermeister, den Oberwolfsjäger, den Oberpropst, den Großmeister und den der Zeremonien, den ersten Maitre d´hotel, den Oberbrotmeister, die Gesandten, die Minister und Staatssekretäre, die Marschälle von Frankreich und einen Teil der übrigen hervorragenden Noblesse und Geistlichkeit. Der König wäscht sich die Hände und entkleidet sich allmählich. Zwei Pagen ziehen ihm die Pantoffeln aus, das Hemd wird beim rechten Ärmel vom Großmeister der Garderobe entfernt, und einem anderen Garderobenbeamten übergeben, zur Linken vom ersten Diener, während noch ein anderer Garderobe-Diener das frische Hemd… herbringt. In diesem feierlichen Augenblick, dem Gipfelpunkt der Handlung, wird die fünfte Gruppe eingelassen, die alles umfasst, was bisher fehlte. Das Hemd hat ein ganzes Zeremoniell zu durchlaufen. Die Ehre, er darreichen zu dürfen, gebührt den Söhnen und Enkeln des Königs, in deren Ermangelung den Prinzen. Endlich ist das Hemd überreicht – ein Diener entfernt das alte. Der erste Kammerdiener ergreift den rechten, der erste Diener der Garderobe den linken Ärmel, während zwei andere Diener den Schlafrock als Vorhang vorhalten, bis das Hemd festsitzt. Hierauf hält ein Kammerdiener dem König einen Spiegel vor; im Notfalle leuchten zwei andere. Andere bringen die Kleider herbei… Nun begibt sich der König in den Alkoven, kniet auf einem Fußkissen nieder und betet abermals … Nach alldem erteilt jener Tagesbefehle, bestimmt das Programm und betritt mit den hervorragenden Personen sein Kabinett, wo er zuweilen Audienzen erteilt…

Ludwig XIV. versuchte mehrmals vergeblich, den Sonderstatus der Hugenotten aufzuheben und sie der Masse der katholischen Untertanen gleichzustellen. 1685 hob er das Edikt von Nantes auf, das den Hugenotten Religionsfreiheit und Schutz zugesichert hatte, und zwang damit über ca. 200.000 Hugenotten zur Auswanderung.

Nach dem Tod seiner Frau Marie Theresia 1683 ging Ludwig eine geheime Ehe mit Francoise d´Aubigne, bekannt als Madame de Maintenon, ein. Sie drängte ihn, das wenig moralische und prunkvolle Leben am Hof zu untersagen.

Die Eroberungskriege



Ludwigs oberstes außenpolitisches Ziel war die Errichtung der Vorherrschaft Frankreichs in Europa. Bedeutendster Gegner im Kampf um die Hegemonie waren die Habsburger, die in Spanien, dem Deutschen Reich und in den Niederlanden herrschten und Frankreich von zwei Seiten her umklammerten und bedrohten. In insgesamt vier Kriegen, jeweils gegen eine Koalition europäischer Mächte, suchte Ludwig den Hegemonieanspruch Frankreichs durchzusetzen.


1. 1667 reklamierte Ludwig das Erbrecht seiner Frau (jus devolutionis) auf die Spanischen Niederlande, fiel in den Spanischen Niederlanden ein und löste den Devolutionskrieg aus. England, Holland und Schweden schlossen sich zu einer Allianz zusammen, siegten über Frankreich und zwangen Ludwig 1668 zum Frieden von Aachen. Ludwig erhielt zwölf Festungen in Flandern und im Hennegau, musste aber die kurz zuvor von Frankreich besetzte Franche-Comté wieder abgeben.

2. 1672 fiel Ludwig erneut in den Niederlanden ein, um Holland zu erobern. Sechs Jahre lang konnte sich Holland mit der Hilfe von Bandenburg, dem sich u. a. Spanien, der Kaiser und England anschlossen, gegen Frankreich verteidigen. Der Friede von Nimwegen bestätigte in etwa den territorialen Status quo; Ludwig erhielt die Franche-Comté und einige Festungen in Flandern.

3. Nach dem Tod des kinderlosen pfälzischen Kurfürsten Karl erhob Ludwig für dessen Schwester, seine Schwägerin, Ansprüche auf die Pfalz, und fiel 1688 zur Durchsetzung dieser Ansprüche in der Pfalz ein und löste damit den Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697) aus. Gegen Frankreich schlossen sich Kaiser und Reich, Holland, England und Savoyen in der Großen Allianz zusammen. England vernichtete die Französische Flotte. Im Frieden von Rijswijk erhielt Frankreich 1697 das Elsass.

4. Der Spanische Erbfolgekrieg (1701-1713), Ludwigs letztes großes militärisches Unternehmen, entzündete sich an dem Konflikt zwischen Frankreich und den Habsburgern um die Thronfolge in Spanien. Ludwig verteidigte in diesem Krieg den vom letzten Habsburger auf dem spanischen Thron testamentarisch festgelegten Anspruch von seinem Enkel Philipp, des Herzogs von Anjou. Frankreich dem wieder eine Allianz entgegenstand, verlor die meisten Schlachten; der Friede von Utrecht bestätigte 1713 Philipp als spanischen König, untersagte aber eine Personalunion zwischen Frankreich und Spanien; aber Frankreich musste an England Territorien in Nordamerika abtreten.

Die vielen Kriege, die absolutistische Prachtentfaltung des Königs sowie die Schwächung der Wirtschaftskraft durch die Abwanderung der Hugenotten brachte Frankreich am Ende von Ludwigs Regierungszeit dem Staatsbankrott nahe. Ludwig XIV. starb am 1.9.1715 kurz vor der Vollendung seines 77. Lebensjahres in Versailles. Nach seinem Tod ging die Herrschaft bereits auf seinen Urenkel, Ludwig XV. über.

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