Medikamentenabhängigkeit

Medikamentenabhängigkeit​ - ein Biologie Referat

Dieses Referat hat Ömer geschrieben. Ömer ging in die 11. Klasse. Für dieses Biologie Referat hat wurde die Note 1 vergeben.
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Dies ist ein Artikel geschrieben von SchülerIn Ömer, schulnote.de ist weder für die Richtigkeit noch für die Quelle verantwortlich.

Medikamentenabhängigkeit

Medikamentenabhängigkeit



Einleitung:

Mein heutiges Thema ist die Medikamentenabhängigkeit. Mit dem Wort Medikament verbindet man primär die Heilung einer Krankheit. Aber Medikamente selbst können auch eine Krankheit bewirken, bei Missbrauch die Abhängigkeit. Dieses Thema interessiert mich, da der Missbrauch von Medikamenten in den letzten 15 Jahren erheblich zugenommen hat. Die Zahl der Tablettenabhängigen in Deutschland liegt bei ca. 1,4 Mio.
3,1% der 12-24-jährigen Jugendlichen nehmen regelmäßig Medikamente mit Suchtpotential. 6-8% der vielverordneten Arzneimittel haben ein eigenes Suchtpotential. Das ist sogar den verschreibenden Ärzten oftmals nicht bewusst. Deshalb wollte ich mehr darüber herausfinden.

Definition:

Die Medikamentensucht ist gezeichnet durch psychische und physische Abhängigkeit vom Stoff. Meist ist die Sucht mit einer Gewöhnung verbunden, sodass man die Dosis erhöhen muss, um den gleichen Effekt zu erreichen.

Ursachen:

Medikamentenabhängig zu werden, ist ein ganz unauffälliger, schleichender Prozess. Deshalb wird er häufig nicht einmal von den Angehörigen bemerkt. Vor allem Frauen und ältere Menschen gelten als gefährdet – besonders dann, wenn sie über ein geringes Selbstwertgefühl verfügen, häufig frustriert sind und dem Leben wehrlos gegenüberstehen.
Weitere Faktoren denen eine Rolle in der Entstehung der Medikamentenabhängigkeit zugeschrieben wird sind:
– Genetische Disposition
– Umwelteinflüsse
– Effekt eines Suchtmittels

Im Folgenden gehe ich der Häufigkeit nach geordneten Medikamente im einzelnen durch:

1) Schmerzmittel

Man kann die Schmerzmittel in drei Klassen einteilen:

– schwache (nicht-Opiod-Analgetika z.B.ASS)
– mittelstarke (schwaches-Opiod-Analgetikum z.B. Codein)
– starke (z.B. stark wirkende Opioide z.B. Morphin)

Die schwachen Schmerzmittel kennt jeder von uns und die Meisten haben sie sicher schon das ein oder andere Mal angewendet. Die mittelstarken Schmerzmittel werden häufig von chronischen Schmerzpatienten wie z.B. den Rheumatikern angewandt. Die starken Schmerzmedikamente werden vorrangig in der Tumorschmerztherapie eingesetzt. Lediglich die schwachen Analgetika sind rezeptfrei erhältlich, alle anderen sind verschreibungspflichtig und damit schwieriger zu beschaffen.

Die Wirkungsweise im menschlichen Körper

Schmerzmittel gibt es in verschiedenen Darreichungsformen, als Tabletten, Tropfen, in einer Ampulle zur intravenösen Applikation und sogar als Pflaster. Je nach Applikationsart werden die Effekte in unterschiedlicher Zeit erreicht. Ein starkes Schmerzmittel, an dessen Wirkung alle anderen Opiate gemessen werden ist das Morphin. Die analgetische Wirkung des Morphins ist fast ausschließlich im ZNS lokalisiert. Im ZNS befinden sich spezifische Opiatrezeptoren (zentrale Rezeptoren), die auch durch körpereigene Stoffe aktiviert werden können (Endorphine). Morphin (und andere Opioid-Analgetika) imitieren also eine Aktivierung des endogenen schmerzhemmendem Systems. Außer im ZNS gibt es noch im Verlauf des Nervensystems Rezeptoren, an denen Opioide greifen können (periphere Rezeptoren).

Wirkung

– lindern Schmerzen
– regen an
– erzeugen angenehmes Körpergefühl

Intoxikation

– Bewusstseinseintrübung
– Koordinationsstörung
– enge Pupillen
– Atemlähmung
– Tod

Langzeitfolgen

– Dosissteigerung
– seelische Abstumpfung
– Nierenschäden
– langsam entwickelnde seelische Abhängigkeit

Um eine Abhängigkeit von Schmerzmitteln so gering wie möglich zu halten, muss die Indikation stimmen. Ohne Schmerzmittel wäre die Lebensqualität vieler Patienten erheblich eingeschränkt, Operationen wären undenkbar. Daher darf man die Schmerzmedikamente nicht verteufeln, sondern sinnvoll einsetzen, denn nur die Einnahme ohne Schmerzen führt zum Mißbrauch.

2) Schlafmittel (dämpfende Medikamente)
Barbiturate, Benzodiazepine

Zwei der häufigsten Vertreter der Schlafmittel sind Barbiturate und Benzodiazepine. Diese Medikamente werden bei Angst- und Spannungszuständen, bei Schlaflosigkeit und bei Krampfleiden eingenommen. Weiterhin werden sie in der Anästhesie am Vorabend einer Operation verwendet.

Wirkungsmechanismus der Benzodiazepine im menschlichen Körper

Die pharmakologische Wirkung der Benzodiazepine wird auf die Verstärkung des Neurotransmitters GABA (Gamma-Aminobuttersäure) zurückgeführt. Ein spezifischer GABA-Benzodiazepin-Rezeptorkomplex steuert den Einstrom von Chloridionen in die Zellen. Die Zellmembran wird hyperpolarisiert und die postsynaptische Zelle inhibitiert. GABA-Rezeptoren in der Großhirnrinde sollen in Zusammenhang mit den beruhigenden und schlafanstoßenden Wirkungen stehen, aber auch mit den Symptomen geistiger Verwirrung und Amnesie, wie sie vor allem bei Überdosierung beobachtet werden können.

Wirkungsmechanismus der Barbiturate im menschlichen Körper

Die Barbiturate binden ebenfalls am GABA-Rezeptor. Sie wirken durch Verstärkung der Gamma-Aminobuttersäure sedierend und schlafanstoßend. In sehr niedrigen Dosierungen können sie eine anxiolytische (angstlösend) Wirkung entfalten. Problematisch ist allerdings die sehr geringe therapeutische Breite zu sehen. Das bedeutet dass zwischen dem gewünschten Effekt und der tödlichen Dosis nur ein enger Spielraum besteht.

Wirkung der Benzodiazepine

Benzodiazepine werden nach oraler Einnahme gut resorbiert. Die Höchstkonzentration im Blutplasma wird nach etwa 60 Minuten erreicht. Die weitere Metabolisierung (Verstoffwechselung) und Ausscheidung ist unterschiedlich. Einige werden zu pharmakologisch unwirksamen Produkten umgewandelt und im Urin ausgeschieden. Pharmakologisch aktive Metaboliten werden über weitere Stoffwechselwege entgiftet.

Wirkung der Barbiturate

Die Halbwertszeit (die Zeit, in der die Konzentration auf die Hälfte abgefallen ist) einzelner Barbiturate unterscheidet sich deutlich voneinander. So liegt sie bei Phenobarbital bei 80 – 120 Stunden, dagegen bei Methohexital nur bei 1,5 – 4 Stunden. Ähnlich wie die Benzodiazepine entstehen z.T. aktive Metaboliten (Abbauprodukt), die in weiteren Metabolisierungsschritten zu inaktiven Substanzen umgebaut und vorwiegend über die Leber eliminiert werden.

Intoxikation (Missbrauchsymptome)

– Koordinationsstörung
– verlängerte Reaktionszeit
– verwaschene Sprache
– Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen
– Schwindel
– Tod

Langzeitfolgen

-Dosissteigerung
– Depression
– Wahnvorstellungen

3) Aufputschmittel (Amphetamine/Weckamine)

Pharmakokinetik (Veränderung der Arzneimittelkonzentration im Körper)

Amphetamine sind relativ starke Basen. Unter physiologischen Bedingungen tritt die lipophile Substanz innerhalb von Minuten ins Hirngewebe und reichert sich dort an. Die Ausscheidung der unveränderten Substanz ist abhängig vom pH-Wert des Harns: je niedriger der Wert, umso höher die Ausscheidungsquote.

Wirkung

Direkt nach der Einnahme treten beim Menschen folgende positive Wirkungen auf:

– Glücksgefühle
– friedliche Selbstakzeptanz
– Minderung kommunikativer Hemmungen und Ängste

Es kommt aber auch zu folgenden negativen Auswirkungen:

– Hyperaktivität
– Selbstüberschätzung
– Appetitmangel

Intoxikation (Missbrauchsymptome)

– Selbstgefährdende Überaktivität
– Angstgetönte Wahnbildungen
– erhöhter Blutdruck
– plötzlicher Tod durch Herz-Kreislaufzusammenbruch

Langzeitfolgen

– psychische Abhängigkeit
– Unrast
– Schlaflosigkeit
– Wahnvorstellungen

=>Teufelskreis: Morgens Aufputschmittel, abends Schlafmittel

Die von mir ausgewählten Medikamentegruppen sind diejenigen mit dem höchsten Suchtpotential.
Durch ihren Konsum treten die von mir beschriebenen schwerwiegenden Schäden an Körper und Seele auf. Es gibt noch eine ganze Reihe anderer Medikamente, mit denen Abusus betrieben wird, jedoch sind die körperlichen und seelischen Folgen nicht so schwerwiegend.

Beispiele:

Frauen Männer

Schmerzmittel 5,2 0,6
Schlafmittel 0,7 0,0
Beruhigungsmittel 0,7 0,0
Psychopharmaka 0,4 0,0
Anregungsmittel 1,0 0,0
Abführmittel 0,4 0,0
Appetitzügler 1,0 0,0

(Angaben in %)

Therapie der Medikamentenabhängigkeit

Die Medikamentenabhängigkeit zu therapieren ist außerordentlich schwierig. Eine stationäre Therapie verspricht am meisten Erfolg. Entgiftung und die Entwöhnung in verschiedenen therapeutischen Maßnahmen erfordern Zeit und Geduld. Denn neben einer gewissen Veranlagung führen in der Regel psychische und soziale Probleme in die Abhängigkeit.
Um dies auszudrücken und dann einzusehen, sind nonverbale Therapien sehr geeignet.
So lernen Medikamentenabhängige zum Beispiel mit Hilfe der Maltherapie, sich mit sich selbst auseinander zusetzen. Ziel dieser und anderer Maßnahmen ist es, dass die Betroffenen ihre eigenen Stärken erkennen und mit ihren Schwächen besser umgehen können.
Vorteil eines stationären Aufenthalts ist zudem die ständige medizinische Betreuung. Ärzte führen die Entgiftung durch. Anders als bei Alkoholabhängigen werden bei Tablettensucht die Medikamente schrittweise reduziert. Das Ziel eines Klinikaufenthalts ist die völlige Abstinenz. Zusätzlich sollte ein regelmäßiges Treffen mit einer Selbsthilfegruppe ein fester Bestandteil der Nachsorge sein.

Gesellschaftliche Bedeutung der Medikamentenabhängigkeit – Ein Fazit

In allen Lebensbereichen sind Maßnahmen möglich, um den Einstieg in mißbräuchlichen oder abhängigen Konsum zu begrenzen und ein angemessenes soziales und professinonelles Unterstützungssystem bereitzustellen. Aus soziologischer Sicht ist über Veränderungen im gesellschaftlichen Werte- und Regelsystem nachzudenken. Die weite und akzeptierte Verbreitung legaler Drogen in nahezu allen sozialen Bezügen und die gleichzeitige Dramatisierung illegaler Drogen bzw. Kriminalisierung ihrer Konsumenten ist problematisch. Ein gesamtgesellschaftlicher Einstellungswandel, wodurch der Konsum vor allem legaler Drogen im Freundeskreis, in der Familie oder bei der Arbeit nicht länger uneingeschränkt akzeptiert wird ist anzustreben.

Der Autor hat leider keine Quellen genannt.

Direktor Schulnote.de

Ömer

Autor dieses Referates

Biologie
Schulfach

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