Psychopharmaka

Psychopharmaka​ - ein Biologie Referat

Dieses Referat hat Ömer geschrieben. Ömer ging in die 11. Klasse. Für dieses Biologie Referat hat wurde die Note 2 vergeben.
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Psychopharmaka

Psychopharmaka

Was sind Psychopharmaka überhaupt?

Der Begriff ,,Psychopharmakon“ wurde im Jahre 1584 von dem Geistlichen Lorichius von Hadamar geprägt, der unter diesem Titel eine Gebetssammlung veröffentlichte. Die Bezeichnung ,,Medizin für die Seele“ ( von griech. ,,psyche“ = Seele und ,,pharmakon“= Heilmittel ) jedoch kann irreführen, denn kein Medikament kann direkt auf die Seele wirken, ohne den Körper zu berühren.
Dementsprechend sind die Medikamente, die wir heute unter dem Begriff ,,Psychopharmaka“ zusammenfassen Mittel, die im ZNS wirken und auf diesem Wege eine Wirkung auf die Psyche des Menschen entfalten. Sie sind dadurch in der Lage, psychisches Leid zu lindern oder gar zu heilen.

Psychotrope Substanzen
( Einteilung nach Delay )

I. dämpfende Mittel ( Psycholeptika )


· Neuroleptika ( antipsychotisch, sedierend )
· Tranquilizer ( angstlösend, beruhigend, schlaffördernd )
· Schlafmittel ( stark schlafanbahnend )

II. anregende Mittel ( Psychoanaleptika )


· Antidepressiva
· Stimulantien ( z.B. Amphetamine, Kokain )

III. verzerrende Mittel ( Psychodysleptika )


· Psychedelische Drogen ( z.B. LSD )

Quellenverzeichnis:

,,Chemie der Psyche“, Solomon H. Snyder, Spektrum Verlag
,,Drogen und Psychopharmaka“, Robert M. Julien, Spektrum Verlag
,,Medikamentenbehandlung bei psychischen Störungen“, Asmus Finzen, Psychiatrie Verlag
,,Schizophrenie – Die Krankheit verstehen“, Asmus Finzen, Psychiatrie Verlag
,,Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis“, Josef Bäuml, Springer Verlag
,,Welchen Sinn macht Depression“, Daniel Hell, Rowohlt Verlag
,,Krankheit Depression erkennen, verstehen, behandeln“, Manfred Wolfersdorf, Psychiatrie Verlag
,,Es ist normal, verschieden zu sein“, Anti-Stigma Kampagne von unten




Medikamentenbehandlung der
Psychosen
aus dem schizophrenen Formenkreis

Griechisch: ,,schizo“ = gespalten ,,phrén“ = Geist, Gemüt

Was sind die wichtigsten Symptome schizophrener Psychosen?


· Störungen des Denkens:

z.B. sprunghaft zerfahren, unzusammenhängend, unlogisch

· Störung des Gefühls

z.B. ängstlich, grundlos traurig, grundlos froh, ratlos, gefühllos, situationsunangepasst

· Störungen des Wollens ( nicht wollen können ), Handelns ( nicht aktiv werden ) und des Ich – Erlebens ( Ich – Störungen, verwischen der Ich – Grenzen )

Die Unterteilung in die sog. ,,Plus- und Minussymptomatik“

+ ( produktiv ) – ( negativ )

Angst Antriebsstörungen
Erregung Apathie
Getriebenheit Depression
Wahn Zurückgezogenheit
Halluzinationen

,, Nach unserem heutigen Wissen bedeutet Schizophrenie in den meisten Fällen die besondere Entwicklung, den besonderen Lebensweg eines Menschen unter besonders schwerwiegenden inneren und äußeren disharmonischen Bedingungen, welche Entwicklung einen Schwellenwert überschritten hat, nach welchem die Konfrontation der persönlichen inneren Welt mit der Realität und die Notwendigkeit zur Vereinheitlichung zu schwierig und zu schmerzhaft geworden ist und aufgegeben worden ist“ M. Bleuler

Wie lässt sich die Störung behandeln ?

Durch Pharmakotherapie mit Neuroleptika. Diese können allerdings nicht wirklich heilen, sondern nur Symptome bekämpfen ( die produktiven gut, die negativen nur unzureichend )

Die Dopaminhypothese

Einen großen Anteil an der psychotischen Symptomatik hat eine Übererregung der dopaminergen Nervenbahnen im Gehirn. Zuviel Dopamin wird ausgeschüttet, die Neurone feuern zu schnell

Der Wirkmechanismus der Neuroleptika an der Synapse

Blockade der postsynaptischen Dopaminrezeproren, dadurch Reizabschwächung.
Die Wirkstoffe der Neuroleptika sind also v.a. Dopamin – Antagonisten . Allerdings beeinflussen Neuroleptika auch noch andere Neurotransmitter ( Adrenalin, Histamin, Serotonin ). Was letztendlich ihr Wirkspektrum bestimmt, ist nicht voll und ganz überschaubar.

Einteilung der Neuroleptika

1. hochpotent: stark antipsychotisch, wenig sedierend, starke Nebenwirkungen
2. niederpotent: kaum antipsychotisch, stark sedierend
3. atypisch: die neuesten Nl., weniger Nebenwirkungen

Erwünschte Wirkungen


· Eindämmung psychotischer Symptome
· Psychomotorische und emotionale Dämpfung
· Stabilisierung der Stimmung

Unerwünschte Wirkungen

Extrapyramidal – motorische Nebenwirkungen:


· Dyskinesien ( Bewegungsstörungen )

z.B. Zungen-, Schlund- und Blickkrämpfe

· Parkinsonoid

Einengung der Beweglichkeit, Verlust der Mitbewegungen, Verlust der Mimik, kleinschrittiger Gang

· Akathisie ( Bewegungsdrang )

Quälende Unruhe. Unfähigkeit zu sitzen, zu stehen oder zu liegen

· Spätdyskinesien

Nach langjähriger Behandlung auftretende, irreversible Bewegungsstörungen, z.B. grimassieren, Geldzähl – Tremor

Vegetative Nebenwirkungen


· Hormonstörungen ( Sexualität )
· Müdigkeit
· Gewichtszunahme
· Mundtrockenheit

Selten, aber schwerwiegend


· Malignes Neuroleptisches Syndrom: Blutbildveränderung, hohes Fieber, Steifigkeit. Kann zum Tod führen.

,,Mit Neuroleptika beeinträchtige ich die Gefühlswelt meiner Patienten so deutlich, dass ich das nur verantworten kann, wenn ich vorher eine emotional tragfähige Beziehung aufgebaut habe.“


Prof. Rüther, Uni Göttingen

,, Mit Neuroleptika versuche ich die Symptome zu reduzieren, die anders nicht auszuhalten sind; aber dann fängt meine therapeutische Arbeit, um Verständnis und Orientierung zu ringen, erst an.“


Dr. A, PsychiaterIn

Medikamentenbehandlung der
Depression

Definition der Depression nach ICD-10 ( InternationalClassification of Diseases )

Depression tritt als Teil unterschiedlicher Störungen auf:


· Major Depression ( unipolare affektive Störung )
· Manisch – depressive Krankheit ( bipolare affektive Störung )
· Organische Depression ( körperliche Krankheit als Ursache )
· Im Zuge einer Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis

Depression ist der Hauptgrund für Arbeitsunfähigkeit in Europa und den USA

Depression ist eine potentiell tödliche Krankheit

Depression tötet durch Suizid. Mindestens 80% aller erkrankten erwägen Selbstmord als Weg, ihrer Qual zu entkommen. 50% schließlich begehen mindestens einen Selbsttötungsversuch. Rein statistisch sterben 15% aller schwer depressiven Menschen durch Suizid.
In der Bundesrepublik töteten sich 1999 ca. 12000 Menschen, wobei von 7700 angenommen wird, dass unzureichend behandelte Depression ihr Grund war.

Wie kann man Depression medikamentös behandeln?

Durch sogenannte Antidepressiva. Das Modell zu ihrer Wirkungsweise ist folgendes: Das Gehirn depressiver Menschen ist an bestimmten Neurotransmittern, vor allem Serotonin und Noradrenalin, verarmt. Antidepressiva nun erhöhen auf bestimmte Weisen die Konzentration dieser Transmitter im synaptischen Spalt, wodurch ein Heilungsprozess in Gang gesetzt wird. Allerdings ist die Heilung einer Depression, wie auch die Depression selber, ein höchst komplexes Geschehen, in das alle Teile des Körpers und des Geistes eingebunden sind. Wie die Heilung nun tatsächlich vonstatten geht, ist nicht mal annähernd geklärt.

Medikamentengabe · ,,Black Box“ · Besserung oder Heilung

Die Wirkungsweisen verschiedener Typen von Antidepressiva

TZA ( Tricyclische Antidepressiva ), SSRI ( Selektive Serotonin Rückaufnahme Inhibitoren ) und SNRI ( Serotonin und Noradrenalin Rückaufnahme Inhibitoren ) verhindern die Rückaufnahme ( ,,Reuptake“ ) von Noradrenalin und/oder Serotonin durch die präsynaptische Membran aus dem synaptischen Spalt. So reichern sich diese Stoffe dort an.

NASSA ( Noradrenerg und spezifisch serotonerge Antidepressiva ) sorgen für eine erhöhte Synthese und Ausschüttung der genannten Neurotransmitter präsynaptisch und dessen bessere Aufnahme postsynaptisch.

MAOH ( Monoaminooxidase Hemmer ) hemmen die MAO, das Enzym, das bestimmte Transmitter, u.a. auch Serotonin, abbaut. Da MAO allerdings auch für den Abbau des Eiweißstoffes Tyramin verantwortlich ist, sollte dieser während der Behandlung nicht mit der Nahrung aufgenommen werden, da es sonst zu Bluthochdruckkrisen kommen kann. Es ist also eine recht strenge Diät erforderlich.

Alle Antidepressiva wirken generell stimmungsaufhellend. Je nach Wirkstoff weisen sie als zusätzliche Wirkqualitäten entweder Dämpfung oder Antriebssteigerung auf.
Mögliche Nebenwirkungen


· Gewichts zu oder -abnahme
· Sexuelle Störungen
· Mundtrockenheit
· Schwindel


ECT ( Elektro Convulsions Therapie )

Hierbei wird, unter Vollnarkose, über Elektroden an der Schläfe ein elektrischer Impuls ins Gehirn induziert, der dort einen sog. ,,großen Anfall“ auslöst. Dadurch wird offenbar die Chemie im Gehirn ähnlich wie durch Antidepressiva beeinflusst, so dass diese Behandlung in vielen, insbesondere auch sehr schweren Fällen, eine signifikante Besserung der Symptome bewirkt.
ECT ist allerdings ein sehr schwerwiegender Eingriff und wird nur angewendet, wenn alle Alternativen ausgeschöpft sind. Nebenwirkung ist vor allem Amnesie und Gedächtnisstörung, die meistens vorübergehend, in sehr seltenen Fällen jedoch permanent ist.

Ca. 2/3 aller Patienten sprechen auf Medikamentenbehandlung an. 70 – 90% aller therapieresistenten Patienten erfährt durch ECT Linderung der Symptome oder gar Heilung.

Gesprächs – Psychotherapie wird bei Depression dringend empfohlen.

TRANQUILIZER
Zur Behandlung von Angst, Unruhe und Schlafstörungen

Barbiturate


· Gelten als veraltet und werden in der Regel heutzutage nicht mehr verschrieben
· Wirken ausschließlich sedierend, nicht wirklich angstlösend. Niedrigere Erregbarkeit
· Bergen viele Gefahren:

o Hohes Suchtpotential
o Letale Dosis liegt nur geringfügig über der schlafanstoßenden
o Eine wirksame und schmerzlose Selbstmordmethode in den Händen suizidaler Patienten

Benzodiazepine


· Haben Barbiturate völlig abgelöst, da sie wirkungsvoller sind und weit weniger Risiken bergen
· Wirken sedierend und angstlösend, in etwas höheren Dosen schlafanstoßend, doch so gut wie nie letal, selbst bei extremer Überdosierung.
· Suchtpotential ist jedoch ebenfalls vorhanden!

Benzodiazepine sind heute neben Schmerzmitteln die am meisten verordneten Medikamente.
Frank Berger, deren Entdecker, warnt :

Das Wirkprinzip von Benzodiazepinen


· Benzodiazepine wirken im Gehirn
· Es gibt dort spezifische Benzodiazepin – Rezeptoren. ( ,,Der Mensch wird nicht mit Valium im Gehirn geboren. Warum also Rezeptoren dafür?“ )
· Es wird angenommen, dass eine körpereigene, benzodiazepinähnliche Substanz im Gehirn vorhanden ist, die man jedoch noch nicht gefunden hat.

Benzodiazepine und GABA


· GABA ( Gammaaminobuttersäure ) ist ein hemmender Transmitter
· Der Benzodiazepin – Rezeptor ist ein großes Protein, das auch GABA – Bindungsstellen aufweist.
· Besonders hoch ist die Konzentration dieser Rezeptoren im Limbischen System, das eine große Rolle für das emotionale Erleben des Menschen spielt. Dadurch lässt sich die Gefühlsbeeinflussung, v.a. Angstdämpfung, der Benzodiazepine erklären.
· GABA- und Benzodiazepin – Bindungsstellen stimulieren sich gegenseitig:

o Mehr GABA · bessere Benzodiazepin – Aufnahme
o Mehr Benzodiazepin · bessere GABA – Aufnahme
Sie verstärken sich jeweils in ihrer beruhigenden Wirkung

Der Autor hat leider keine Quellen genannt.

Direktor Schulnote.de

Ömer

Autor dieses Referates

Biologie
Schulfach

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