Facharbeit über Jakob der Lügner

Facharbeit über Jakob der Lügner​ - ein Deutsch Referat

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Facharbeit über Jakob der Lügner von Jurek Becker

Facharbeit über Jakob der Lügner

I. Einleitung
Aufbau und Ziel der Untersuchung – Jakob Heym, Lügner oder Held –

Beim Lesen des Buches Jakob der Lügner stellte ich mir die Frage, ob es tatsächlich notwendig ist, immer die Wahrheit zu sagen, wenn man doch durch eine Lüge Menschen helfen bzw. glücklich machen kann. Unter diesem Gesichtspunkt habe ich mir dann auch das Thema meiner Facharbeit ausgesucht, nämlich die Untersuchung, ob Jakob Heym nun ein Lügner war oder als Held aus dem Roman hervorgeht.

Aus einem Gespräch, das Jurek Becker mit Heinz Ludwig Arnold führte, geht hervor, dass die Grundlagen zu seinem Roman von Max Becker, seinem Vater, geliefert wurden. Dieser erzählte ihm die Geschichte eines Gettobewohners, der tatsächlich ein Radio besessen hat und aufgrund dessen erschossen wurde. Jurek Becker sollte dies als Vorlage zu seinem Roman nehmen, um einem Helden im Zweiten Weltkrieg ein Denkmal zu setzen.1 Trotz eigener intensiver Recherchen über das Leben im Getto schildert Jurek Becker den Roman bewusst ganz anders. Was beabsichtigte Becker also mit dem Titel ,,Jakob der Lügner“?

Das Wort ,,Lüge“ definiert sich negativ. Es wird beschrieben als absichtliche Unwahrheit zum Zwecke der Täuschung, wobei für ,,Held“ jemand steht, der sich durch Stärke oder Tapferkeit auszeichnet bzw. als Hauptperson in einer Erzählung, einem Schauspiel (Heldenrolle) oder einem Schriftwerk vorkommt. Auch wird mit Heldentum das heldenhafte Wesen beschrieben.2 Ist es Jurek Becker vielleicht doch gelungen, mit dem Buch ,,Jakob der Lügner“ eine Heldengeschichte zu schreiben? Anhand dieser Frage werde ich das Thema Lügner oder Held analysieren und interpretieren. Zuvor werde ich auf die Biographie Jurek Beckers bis zur Entstehung des Werkes Jakob der Lügner eingehen und den Erzählstil des Buches betrachten.


II. Hauptteil

1. Grundlagen

1.1 Die Biographie Jurek Beckers

Wann Jurek Becker genau geboren ist, lässt sich nicht nachvollziehen, da das Datum 30. September 1937 willkürlich durch seinen Vater benannt wurde. Max Becker machte seinen Sohn älter, damit er nicht aus dem Getto in Lodz (Polen), in dem er seit 1939 gemeinsam mit seinen Eltern lebte, nach Auschwitz deportiert wurde.

Jurek Becker sagt selbst über seine Kindheit ,,Als ich zwei Jahre alt war, kam ich in dieses Getto, mit fünf verließ ich es wieder in Richtung Lager. Ich kann mich an nichts erinnern. So hat man es mir erzählt, so steht es in meinen Papieren, so war folglich meine Kindheit“. 3

Von 1939 bis 1945 lebt er, getrennt von seinem Vater, in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen. Seine Mutter verstirbt in der Zwischenzeit und nach Ende des Krieges findet er durch eine amerikanische Hilfsorganisation seinen Vater wieder, mit dem er dann ab 1945 in Ostberlin lebt. Erst dort lernt er die deutsche Sprache, denn seine Muttersprache ist polnisch und macht 1955 dort sein Abitur.

Dazu sagt Jurek Becker: ,,Als ich acht Jahre alt war, hörte mein Vater, der letzte nach dem Krieg mir verbliebene Verwandte, von einem Tag zum nächsten auf, mit mir polnisch zu sprechen! Seine Absicht war die beste, er vermutete, dass mir dann gar nichts anderes übrigbleiben würde, als im Handumdrehen deutsch zu lernen. Was er nicht bedacht ha, war, dass ich das Polnische viel schneller vergaß, als ich die neue Sprache lernte. So musste ich einige Zeit buchstäblich sprachlos leben“. 4

Er selbst stellt sein schnelles Erlernen der deutschen Sprache als Herausforderung an ihn dar und möglicherweise als Erklärung dafür, dass er Schriftsteller wurde.
Nach zwei Jahren Dienst in der Volksarmee der DDR (1955 – 1956) wird er Mitglied der SED und beginnt 1957 sein Studium der Philosophie an der Humboldt Universität in Berlin/DDR. 1960 wird er aus politischen Gründen von der Hochschule verwiesen. Danach fängt er in Babelsberg ein Studium für Film-Szenarien an. 1965 erscheint Jakob der Lügner als Drehbuchfassung für die DEFA. Es wird jedoch abgelehnt. Nachdem 1969 die Romanfassung für Jakob der Lügner erscheint, wird Becker als Drehbuchautor bei der DEFA fest angestellt. Dass die Vorlage zu seinem Roman von seinem Vater Max Becker geliefert wurde, habe ich schon in der Einleitung erwähnt. Fünf Jahre später wurde nach dem großen Erfolg des Romans doch ein Film daraus.

In der Zeit von 1975 bis 1996 schreibt er noch weitere Romane, veröffentlicht Drehbücher, erhält zahlreiche Auszeichnungen und Filmpreise und tritt als Gastdozent an der Goethe-Universität in Frankfurt a. Main auf.

Am 14.03.1997 verstirbt Jurek Becker in Berlin.


1.2 Der Erzählstil des Buches

Die Geschichte von Jakob dem Lügner wird von einem anonym bleibenden Erzähler wiedergegeben, der, im Gegensatz zu Jakob, das Konzentrationslager überlebt hat. Der Roman wird nicht in Kapitel unterteilt und trotzdem verliert man wegen seines chronologischen Ablaufs , der hin und wieder durch die Einmischung des Erzählers unterbrochen wird, nicht den Überblick.
Der Erzähler hat die Geschichte von Jakob nur am Rande erlebt. Um Lücken zu schließen, bedient er sich zum Teil seiner Fantasie. ,,Ich möchte gerne […] ein paar Worte über meine Information verlieren. […] das meiste von dem, was ich von ihm (Jakob) gehört habe, findet sich hier irgendwo wieder, dafür kann ich mich verbürgen“. 5 ,,Einiges weiß ich noch von Mischa, aber dann gibt es ein großes Loch, für das einfach keine Zeugen aufzutreiben sind. Ich sage mir so und so muß es ungefähr gewesen sein […] und dann erzähle ich und tue so, als ob es dazugehört“. 6

Aus verschiedenen Perspektiven lässt der Erzähler die Handlung des Romans nebeneinander laufen. Wenn der Erzähler sich als Teil des Geschehens in seine Geschichte mit einbringt, spricht er von ,,wir“. Mit dieser Erzählweise verbündet er sich mit dem Leser. Ansonsten behält er die Form des Ich-Erzählers bei. Erst am Ende des Buches bringt er sich aktiv in die Handlung des Romans mit ein.

Der Erzähler ist für den Leser ein wichtiger Begleiter durch den Roman. Er berichtet nicht nur über eine Geschichte, sondern ordnet die Handlung und ergänzt offene Stellen mit seiner Fantasie ,,Dann ist Frankfurter mit seiner Frau alleine, ohne Zeugen. Ich weiß bloß, wie es ausgegangen ist, ich kenne nur das Resultat, nichts dazwischen, aber ich kann es mir nur so oder ähnlich vorstellen“, 7 kommentiert und bewertet als Augenzeuge die Geschehnisse ,,Es war nicht der schlechteste Einfall von Mischa […] 8 und plaudert auch manchmal ein bisschen ,,Wir wollen jetzt ein bisschen schwätzen“. 9 Trotzdem steht er nicht im Mittelpunkt, sondern lässt allen handelnden Figuren ihren eigenen Spielraum.

Das Motiv der Bäume spielt eine große Rolle im Leben des Erzählers. Das ist seine eigene Geschichte.
An Bäume sind seine persönlichen Erinnerungen geknüpft. ,,Ich meine ganz einfach einen Baum. Ich habe dafür meine Gründe. Erstens haben Bäume in meinem Leben eine gewisse Rolle gespielt, die möglicherweise von mir überbewertet wird, doch ich empfinde es so“. 10 So lag er mit seiner ersten Liebe unter einem Baum, seine Frau Chana ist unter einem Baum erschossen worden. 11 Durch den Vergleich mit einem Baum, wird Jakob in die Geschichte eingeführt. ,,Dabei erinnert Jakob, wenn man ihn sieht, in keiner Weise an einen Baum“. 12
Aber er erzählt die Geschichte eines Helden. 13

Zum Ende der Geschichte betont der Erzähler, dass sie zwei Enden hat, einmal ein gewünschtes Ende und ein der Wirklichkeit entsprechendes. Damit unterstreicht er noch mal, dass er sich das Recht vorbehält, so zu erzählen, wie er es will, da er nicht seine Geschichte, sondern eine Geschichte erzählt.
Der Roman endet, wie er schon begonnen hat, mit dem Baummotiv ,,[…] vor allem aber sehe ich Bäume, die ich fast schon vergessen hatte. […] du lieber Gott, was sehe ich für Bäume, die Bäume hören nicht auf“. 14

Eigentlich erzählt der Roman zweierlei, nämlich die Geschichte von einem Geschichtenerzähler und wie und warum die Geschichte durch einen Erzähler erzählt wird.


2. Durch die Verheißung eines Radios wird Jakob zum Helden?

2.1 Was macht Jakob zum Lügner?



Eine Lüge ist nicht gleich eine Lüge. So kann man z. B. ein ,,Märchen“ erzählen, ein bisschen schwindeln, jemanden in den April schicken, Ausreden erfinden, aus Not lügen, Halbwahrheiten erzählen, die Hälfte verschweigen etc. Ich kann mich erinnern, dass ich als Kind manchmal gemerkt habe, dass eine Lüge angenehmer sein konnte als die Wahrheit.

Welches Motiv treibt jemanden also an, eine Lüge zu verbreiten? Um das zu klären, will ich mich an dieser Stelle mit Jakob beschäftigen.

Jakob Heym hört zufällig auf dem Revier im jüdischen Getto Lodz eine Rundfunkmeldung, aus der zweifelsfrei hervorgeht, dass die russische Armee sich nähert und mit ihr der Tag der Befreiung.

Jakob ist davon überzeugt, dass ihm diese Geschichte niemand glauben wird und will sie zunächst für sich behalten. 15 Um Mischa, mit dem er auf dem Bahnhof Kisten schleppt, vor einer Dummheit zu bewahren, die ihn das Leben hätte kosten können, erzählt er seine Neuigkeiten und behauptet, er hätte ein Radio. 16

Jakobs erste Lüge spricht sich im Getto herum und er erkennt schon jetzt, dass es kaum möglich sein wird, die Lüge über das Radio zurückzunehmen. Deshalb ist er über einen Stromausfall auch sehr glücklich, weil er sich nun keine weiteren Lügen ausdenken muss.
,,′Was meinst du, wie lange das noch dauern kann mit der Stromsperre?′ fragt Kowalski, ,Hoffentlich zwanzig Jahre′, sagt Jakob“. 17

Daraus lässt sich erkennen, dass Jakob sich durch das Erfinden von Nachrichten unter Druck gesetzt fühlt und ihm die Lügerei über den Kopf wächst. Da es für ihn immer schwieriger wird, neue Nachrichten zu erfinden, nutzt der die Gelegenheit und versucht, eine von einem Aufseher hinterlassene Zeitung in einem Klohäuschen, welches von Juden nicht benutzt werden darf, an sich zu bringen. Dies gelingt ihm auch unter höchster Gefahr, jedoch bringen die Zeitungsreste keine neuen Erkenntnisse.

Für Jakob werden die Lügen immer mehr zu einer Belastung und er sucht nach einer Lösung, indem er behauptet, das Radio sei kaputt.
,,Da kann man nichts machen, mein Lieber (Kowalski), so ein Radio ist ein unbegreifliches Ding, und jetzt ist des kaputt“. 18
Als jedoch ein anderer Gettobewohner, jemand, der das Radio als Bedrohung empfindet, anderen Juden in einem abgestellten Waggon die Nachricht von den nahenden Russen überbringt und daraufhin erschossen wird, lässt Jakob aufgrund seiner Gewissensbisse das Radio wieder ,,auferstehen“. Um Hoffnung zu verbreiten, will er nun gezielt lügen
,,[…] ein Lügner mit Gewissensbissen wird sein Leben lang ein Stümper bleiben. In dieser Branche sind Zurückhaltung und falsche Scham nicht angebracht, du musst aus dem vollen schöpfen, die Überzeugung muß dir im Gesicht geschrieben stehen“. 19

In einem Gespräch mit Kowalski 20 erklärt Jakob, dass er an seine Grenzen gestoßen ist und wegen der Hoffnungslosigkeit um ihn herum nicht mehr weiter kann. Er gesteht ihm, dass es nie ein Radio gegeben hat und er auch nicht weiß, wo die Russen jetzt sind. Daraufhin begeht Kowalski am nächsten Tag Selbstmord. Jakob gibt sich die Schuld und macht sich Vorwürfe. 21
Als letztendlich die Juden aus dem Getto deportiert werden, steht Jakob tatsächlich als Lügner da. Die Befreiung durch die Russen hat nicht stattgefunden.

Wenn ich mir jetzt die Frage stelle, was Jakob für ein Lügner war, empfinde ich letztendlich seine Lügen als außerordentlich sympathisch. Er hat es geschafft, nur mit seinen Worten Einfluss auf die Menschen und das Leben im Getto zu nehmen und das Unwahre so zu erzählen, dass man es ihm geglaubt hat.

2.2. Wie stellt Jakob sich als Held dar?

,,[…] aber ich will erzählen, dass er (Jakob) ein Held war. Keine drei Sätze sind ihm über die Lippen gekommen, ohne dass von seiner Angst die Rede war, aber ich will von seinem Mut erzählen“. 22
Beim Lesen dieser Zeilen bin ich davon ausgegangen, dass Jakob für den Widerstand im Getto gekämpft hat. Aber das war nicht der Fall.
,,Und der Widerstand, wird man fragen, wo bleibt der Widerstand? Sammeln sich die Helden vielleicht in der Schuhfabrik oder auf dem Güterbahnhof, wenigstens einige? […] Oder gibt es in dieser elenden Stadt nur Hände, die genau das tun, was […] von ihnen verlangt wird? Ruhe und Ordnung sind streng gewahrt worden, nichts von Widerstand“. 23 ,,Es hat dort, wo ich war, keinen Widerstand gegeben“. 24

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, steht das Wort ,,Held“ u. a. für jemanden, der sich durch Stärke und Tapferkeit auszeichnet. Das trifft nicht unbedingt auf die Hauptperson Jakob zu, wobei man bei der Definition ,,heldenhaftes Wesen“ schon eher einen Vergleich anstellen könnte.

Jakob Heym ist kein mutiger Mann. Er erzählt seinen Mitbewohnern, dass die russische Armee, also die Befreier, schon nah sind. Er behauptet, ein Radio zu besitzen und darauf steht die Todesstrafe. Bei seinen Mitmenschen wird er für seinen Mut heldenhaft betrachtet. Alle suchen seine Freundschaft in der Hoffnung, weitere Nachrichten zu erfahren. War er vor kurzem noch ein einfacher Kartoffelpufferbäcker, ist er plötzlich zu einer bewunderten und umworbenen zentralen Figur geworden. Die Nachrichten, die Jakob von nun an verbreitet, geben den Gettoinsassen neue Hoffnung. Es geht Jakob nicht darum, sich wichtig zu machen, sondern anderen Menschen eine Perspektive zu geben.
,,Hört auf euch das Leben zu nehmen, bald werdet ihr es wieder brauchen. Hört auf, keine Hoffnung zu haben […]. Überlebt bloß noch die letzten vierhundert Kilometer, dann hört das Überleben auf, dann beginnt das Leben“. 25

Die Nachrichten, die Jakob fast täglich verbreitet, verändern das Leben im Getto. So gibt es zum Beispiel plötzlich keine Selbstmorde mehr und es werden Zukunftspläne geschmiedet. So hilft er – nur mit Worten – Mut zu machen und Hoffnung zu geben, auch wenn diese Hoffnungen sich nicht erfüllt haben. Das zeichnet ihn für mich als Helden aus. Er hat Widerstand geleistet, und zwar auf seine eigene Art und seinem einzigen Mittel, indem er da Elend um sich herum einfach so nicht akzeptierte.


III. Schluss

Meine abschließenden Gedanken darüber, ob Jakob nun ein Lügner ist oder ein Held, möchte ich folgendermaßen zusammenfassen.

Wie ich zu Punkt 2.1 einleitend geschrieben habe, gibt es mehrere Arten der Lüge, u. a. die Notlüge. So wurde Jakob gewissermaßen gezwungen, diese Notlüge – ein Radio zu besitzen – zu gebrauchen, um glaubhaft zu wirken. Hätte er seine tatsächliche Informationsquelle – das deutsche Polizeirevier im Getto – preisgegeben, wäre er sofort von den anderen Gettobewohnern als Spitzel verdächtigt worden. 26 Damit wäre seine Glaubwürdigkeit dahin und deshalb entschloss er sich zu lügen. Jakob lag es näher, den Menschen zu helfen, als er bemerkte, wie viel Hoffnung um ihn herum wieder aufgebaut wurde. Diese Notlüge zwang ihn praktisch in die Rolle des Mutspenders und Helden.

Als ich das Thema Held oder Heldentum in meinem Bekanntenkreis ansprach, war ich sehr erstaunt, wie wenig eigentlich über die beiden Begriffe nachgedacht wird. Es war von Schauspielern oder Schriftstellern die Rede, die sofort in einer Rolle des Helden gesehen wurden. Von den eigentlichen Helden des Alltags war nicht die Rede. Die gefahrvollen Einsätze von Feuerwehr, Polizei und Rotem Kreuz werden wie selbstverständlich hingenommen. Erst im Hinblick auf die jüngsten Ereignisse am 11. September 2001 in New York wurden diese Menschen für einen kurze Zeit in den Mittelpunkt gerückt und als Helden bezeichnet. Wie schnell geraten diese Helden in Vergessenheit. Um so erfreulicher empfand ich dann die Mitteilung in der WAZ am 14.02.2002, dass der Ex-Bürgermeister von New York, Rudolf Giuliani, von der Queen zum Ritter ehrenhalber ernannt wurde – in Würdigung seiner Führungsstärke nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 -. 27

Der Erzähler hat es tatsächlich geschafft, die Geschichte eines Helden zu erzählen. Jakob ist ein Held. Er hat auf eine, auch für ihn überraschende, unvorhersehbare Situation reagiert, ohne dass er sich selbst als Held gesehen und für sich Vorteile daraus gezogen hat. Er hat für eine kurze Zeit die Welt für die Gettoinsassen neu erfunden.

Literaturverzeichnis


I. Primärliteratur

Jurek Becker, Jakob der Lügner, Originalausgabe, Suhrkamp BasisBibliothek 15, Erste Auflage 2000


II. Sekundärliteratur

Irene Heidelberger-Leonard (Hrsg.), Jurek Becker, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1992, surkamp taschenbuch 2116 (materialien)

Königs Erläuterungen und Materialien, Band 407, Jurek Becker, Jakob der Lügner, C. Bange Verlag, 1. Auflage 2001


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Louisa

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