Romantik 1795-1835

Romantik 1795-1835​ - ein Deutsch Referat

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Begriff Romantik, Historischer Hintergrund -Geistesgeschichtlicher Hintergrund, Roman Autoren und Werke, Hochromantik, Ludwig Tieck -Achim von Arnim, Clemens Brentano

Romantik (1795-1835)
Begriff

Frz. romance, engl. romantic: bezeichnet zunächst den volkstümlich-höfischen Versroman des Mittelalters im Unterschied zur lateinischen Dichtung. Ab 1740 etwa gleichbedeutend mit: phantasievoll, schwärmerisch; auch als Bezeichnung für eine wilde, malerische Landschaft: die romantische Kulisse. Seit 1770 Sammelbe­griff für nördlich-germanische und südlich-romanische Kultur im Gegensatz zur Antike.

Friedrich Schlegel und Novalis führen die Bezeichnung für die Dichtung ein; Novalis setzt „romantisch“ für „poetisch“: „[…] indem ich dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen, […] dem Endlichen einen unendlichen Sinn gebe, so romantisire ich es.“
Phasen

· Frühromantik oder ältere Romantik (1796-1802): Junge Schriftsteller, u.a. die Brüder Schlegel und Nova­lis, treffen sich in Jena.

· Hochromantik, hauptsächlich in Heidelberg (nach 1805).

· Spätromantik, vor allem in Berlin (nach 1813).

Fließender Übergang in die neue literarische Bewegung des „poetischen Realismus“.
Historischer Hintergrund

Prägendes Ereignis: Die Französische Revolution (1789) mit den Forderungen: Freiheit, Gleichheit, Brüder­lichkeit. Bürgerliche besinnen sich auf Menschenrechte „für alle“, denken an europäische Gemeinsamkeit. Gleichzeitig wird der Begriff „Nation“ wichtig, die geschichtliche Identität des Vaterlandes. Patriotis­mus erwacht in den Kämpfen gegen Napoleon, u.a. nehmen Ernst Moritz Arndt, Theodor Körner, Joseph von Ei­chendorff teil.

Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten gewaltfreier Reform (z.B. Stein und Hardenberg in Preußen) und gewaltsamer Veränderung.

Nach dem nationalen Aufbruch führt die Ernüchterung durch die restaurative Politik seit dem Wiener Kon­greß 1815 (z.B. die Buch- und Pressezensur) einerseits zum Rückzug in die private Idylle des Biedermeier (1815-1848), andererseits zur politisch-revolutionären Literatur im Jungen Deutschland (1830-1848).



1805


Niederlage der Österreicher und Russen ge­gen Napoleon bei Austerlitz


1813-15


Befreiungskriege gegen Napoleon

1806


Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation


1813


Völkerschlacht bei Leipzig

1806


Zerschlagung des preußischen Heeres bei Jena und Auerstedt


1814/15


Wiener Kongreß
Hinwendung zur Geschichte

Erwachen geschichtlichen Denkens, Interesse am Mittelalter als dem nationalen Ursprung, zugleich re­ligiöse Überhöhung dieser Epoche: „Es waren schöne glänzende Zeiten, wo Europa ein christliches Land war, wo eine Christenheit diesen menschlich gestalteten Weltteil bewohnte; ein großes gemeinschafli­ches Interesse verband die entlegensten Provinzen dieses weiten geistlichen Reiches“ (Novalis: „Die Christenheit oder Europa“). Beginn historischer Forschung, vor allem Sprachforschung, durch die Brü­der Grimm, und Sammlung von Werken der Vergangenheit: Volksbücher, Volksmärchen („Kinder- und Haus­märchen“, hrsg. von den Brüdern Grimm, 1812), Volkslieder („Des Knaben Wunderhorn“, hrsg. von Achim von Arnim und Clemens Brentano, 1805/08).
Geistesgeschichtlicher Hintergrund

Gegen Spätaufklärung und Rationalismus (Vorwurf der Entpoetisierung und des Verlustes ganzheitlicher Weltanschauung) knüpft die Romantik an die mystische Frömmigkeit des Pietismus und den schrankenlosen Individualismus des Sturm und Drang ebenso wie an Herders Arbeiten zu Volkstum und Geschichte an. Klassische Formvollendung lehnt sie ab.

Der Philosoph Johann Gottlieb Fichte (1762-1814) betont die Absolutheit des schöperischen Ichs (Wissen­schafts­lehre, 1794). Seine „Reden an die deutsche Nation“, 1807/08 in Berlin, vertreten den Gedanken der Erneuerung der Nation durch Erziehung – Rückgriff auf Kants optimistische Annahme einer Höherentwicklung des Menschen durch den Gebrauch der Vernunft.

Friedrich Wilhelm Schelling (1775-1854) entwirft im Anschluß an Spinozas Pantheismus und an Fichte seine Naturphilosophie, die alle Gegensätze zu vereinigen sucht und eine Identität von Realem und Idealem feststellt.

Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher (1768-1834) formuliert den Zusammenhang von Poesie und Reli­gion: Sich mit dem Ewigen eins fühlen.
Tendenzen und Merkmale

Die Romantik gilt als letzte Stufe des Idealismus nach Sturm und Drang und Klassik. Ihre Kunstanschau­ung ist eine Verbindung von Gegensätzen. Friedrich Schlegel: „Die romantische Poesie ist eine pro­gressive Universalpoesie. Ihre Bestimmung ist nicht bloß, alle getrennten Gattungen der Posie wieder zu vereinigen und die Poesie mit der Philosophie und Rhetorik in Berührung zu sehen. Sie will, und soll auch, Poesie und Prosa, Genialität und Kritik, Kunstpoesie und Naturpoesie bald mischen, bald ver­schmelzen, die Poesie lebendig und gesellig, und das Leben und die Gesellschaft poetisch machen […]“

Der Dichter erschließt nach Novalis Verborgenes: „Nach Innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns, oder nirgends ist die Ewigkeit mit ihren Welten […]“

Raum und Zeit, Anfang und Ende, Vergangenheit und Zukunft, Wirklichkeit und Möglichkeit, Poesie und Welt, Gott und Mensch bzw. Natur fallen in einer unendlichen „letzten Erkenntnis der Wahrheit“ zusam­men. Sinnbild ist die „Blaue Blume“, das Bild der Göttin der Weisheit. Todeserlebnis und Todessehn­sucht, Offenbarung der Wahrheit im Traum (u.a. bei Novalis) sind Grunderfahrungen. Die Motive des Un­terwegsseins (Wandern, Reisen als Sinnbild des Suchens und Findens), der Sehnsucht und des Heimwehs („Wo gehen wir hin?“ – „Immer nach Haus.“ Novalis), der Natur als innig vertraute, aber auch lockend-verführende Spiegelung des Unbewußten bestimmen die romantische Dichtung. Häufige Bilder sind: kühler Grund, Waldestiefe, Wildbach, Mühlrad, Ruinen, Marmorgestalten, Dämmerung, Mondnacht. Die Vorstellung einer Verschmelzung von Dichtung, Malerei und Musik zeigt sich sprachlich in der Synästhesie, der Vereinigung aller Sinneswahrnehmungen: „Golden weh’n die Töne nieder“ (Clemens Brentano).
Volksmärchen, Kunstmärchen, Volkslied, Kunstlied

In den Volksmärchen, Volksbüchern und Volksliedern sehen die Romantiker Zeugnisse der „Kindheit“ ihres Volkes. Ziel ist die Überwindung der Gespaltenheit der Welt durch Rückverwandlung allen Wissens ins Unbewußt-Kindliche, Unschuldige, das „geahnt“, „erlauscht“, angedeutet wird: „seltsam“, „merkwürdig“, „wunder­sam“. Die magische Wunderwelt der schönsten Poesie des Volkes (nach Herder) zeigt sich vor allem im Märchen. Die Kunstmärchen der Romantik und die im Volksliedton gehaltenen Ge­dichte verbinden Einfachheit und hohe Künstlichkeit.
Roman

Der Roman ist die Form romantischer Dichtung; Gedichte und Kunstmärchen sind zunächst Bestandteile dieser dem Gedanken einer Universalpoesie am ehesten entsprechenden Form (Gedichtsammlungen gibt es erst seit der Spätromantik). Goethes „Wilhelm Meister“ gilt als Vorbild für einen Entwicklungsroman, wie ihn die Romantiker erstreben; allerdings bleibt der romantische Roman zumeist Fragment (z. B. Novalis: „Heinrich von Ofterdingen“).

Die romantischen Märchen greifen auf Figuren und Motive der Volksbücher (z. B. Genoveva, Undine, Ma­gelone, Reineke Fuchs) zurück. Mit ihrer Durchbrechung der Wirklichkeit (Novalis, Tieck, Brentano, Hauff, Fouqué) werden sie zu Trägern politischer Aussage (z. B. Brentano: „Das Märchen von dem Rhein …“).

Die strenge Form des Dramas wird abgelehnt als der formen- und gattungsübergreifenden romantischen Poesie nicht gemäß.
Romantische Ironie

Die absolute Freiheit des dichterischen Geistes (Fichte), sich über alles, auch das eigene Werk, zu erheben, frei der Phantasie zu folgen und sie auch willkürlich wieder zu zerstören, führt zum Kunst­mittel der romantischen Ironie. Aus der Dialektik von Traum und Bewußtsein, Irrealität und Realität erwächst der Zwang zur Zerstörung selbstgeschaffener Illusion (am schärfsten ausgeprägt bei Heine). Heute wird in der Gefährdung und Zerrissenheit romantischer Menschen – noch vor solcher Darstellung bei Georg Büchner – der Ansatz zur Moderne gesehen: in den Elementen der Bewußtseinsspaltung, der Überschneidung von Realität und Irrealität.
Autoren und Werke

Jean Paul (Jean Paul Friedrich Richter, 1763-1825), Anreger der romantischen Schule, erster großer Humorist der deutschen Literatur. Er erhebt den Roman zur führenden Gattung in Deutschland: „Siebenkäs“ (1796/97), „Titan“ (1800/03), „Flegeljahre“ (1804/05).
Jenaer Frühromantik (1796-1802)

Friedrich Schlegel (1712-1829), Theoretiker, Kultur- und Kunstphilosoph. Sein Roman „Lucinde“ (1799) löst aus moralischen Gründen einen Skandal aus.

Mit seinem Bruder August Wilhelm Schlegel (1767-1845), dem Literaturkritiker und Übersetzer, gibt er die programmatische Zeitschrift „Athenäum“ heraus.

Novalis (Friedrich von Hardenberg, 1772-1801), Philosoph, Dichter, Mystiker, Jurist und Naturwissen­schaftler (Bergassessor), gilt als typische Gestalt des romantischen Dichters. Alle wesentlichen Mo­tive der Zeit erscheinen bei ihm. Er verbindet philosophische Spekulation mit Prophetie, kindliche Frömmigkeit mit scharfem Intellekt. Sein Schlüsselerlebnis: der Tod der 15jährigen Braut Sophie von Kühn. In den „Hymnen an die Nacht“ (1797), Gesängen vom unendlichen Reich der Poesie, von Traum, Tod und göttlicher Liebe, einer lebendigen Einheit aller Gegensätze, zeigt sich ein pantheistisches Welt­bild.
Weitere Werke: Fragmentensammlung „Blüthenstaub“ (1798). „Die Christenheit oder Europa“ (1799): Vi­sion einer neuen abendländischen Universalkultur im wiedergefundenen Katholizismus (viele Romantiker konvertierten). Romanfragment „Heinrich von Ofterdingen“ (1798-1801): innere Entwicklung eines Minne­sängers.
Hochromantik nach 1805

Ludwig Tieck (1773-1853): Kunstmärchen, z. B. „Der blonde Eckbert“, „Ritter Blaubart“. Künstlerroman „Franz Sternbalds Wanderungen“ (1798). Komödie „Der gestiefelte Kater“ (1797), Shakespeare-Überset­zungen.

Anders als in der auf Universalität gerichteten Frühromantik jetzt Besinnung auf Nationalität, Volks­tümlichkeit.

Achim von Arnim (1781-1831): Romane, Novellen, groteske Erzählungen; Herausgabe der Volksliedsammlung „Des Knaben Wunderhorn“ (1806-1808) mit Clemens Brentano (1778-1842), der Märchen und Gedichte schrieb.

Brüder Jacob und Wilhelm Grimm: Sammlung der „Kinder- und Hausmärchen“ (1812ff.). Sprachwissenschaft­liche Arbeiten, „Deutsches Wörterbuch“.
Spätromantik nach 1813

Joseph von Eichendorff (1788-1857), populärster romantischer Lyriker. Religiöse Themen. Abwendung von der Realität und Jenseitssehnsucht sind auch Zeitkritik. Roman „Ahnung und Gegenwart“ (1815), mär­chenhafte Novellen Aus dem Leben eines Taugenichts (1826), „Das Marmorbild“ (1818).

E.T.A. (Ernst Theodor Amadeus) Hoffmann (1776-1822), Vorläufer surrealistischer Dichtung, zugleich Realist (z. B. Erzählung „An Vetters Eckfenster“), vermengt genaue Beobachtung der Wirklichkeit mit Dämonisch-Unwirklichem; das Unheimliche zeigt sich in der menschlichen Natur (s. die Erzählung „Der Sandmann“). Doppelgängermotiv im Roman „Die Elixiere des Teufels“ (1815/16). Novellen, z. B. Das Fräulein von Scudery (1819-1821).
Frauen der Romantik

Bettina von Arnim (1785-1859). Soziales Engagement: „Armenbuch“ (1844). „Goethes Briefwechsel mit ei­nem Kinde“ (1835) . Zugrunde liegen die Gespräche Bettinas mit Goethes Mutter.

Karoline von Günderode (1780-1806): Lyrikerin. Die fehlende Anerkennung als Dichterin und Partnerin treibt sie in den Selbstmord.
Kleist

Heinrich von Kleist (1777-1811, Selbstmord) scheitert an der Gesellschaft, die ihn als Dichter und freien Schriftsteller nicht unterstützt, und an seiner Überforderung menschlicher Beziehungen. Der preußische Königshof akzeptiert sein „Hohenzollerndrama“ „Prinz Friedrich von Homburg“ nicht. Kanzler Hardenberg verwehrt ihm die finanzielle Unterstützung für seine „Berliner Abendblätter“. Goethe weist den Dichter Kleist schroff zurück. Der bedeutendste Dramatiker nach Schiller schrieb u. a.: „Die Fa­milie Schroffenstein“ (1803), „Penthesilea“ (1808),Das Käthchen von Heilbronn (1810), Der zer­brochne Krug (1811, Charakterkomödie), „Prinz Friedrich von Homburg“ (1810). Erzählungen: u. a. Michael Kohlhaas (1810) und den Aufsatz „Über das Marionettentheater“ (1810).

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Anna

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