Der Kriminalroman

Der Kriminalroman​ - ein Deutsch Referat

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Definition, Detektivroman, kriminalistische Abenteuererzählung -Der Anfang des Kriminalromans, Neuansätze des Kriminalromans in der Gegenwart -Der Detektivroman

Der Kriminalroman

Zitat: “Ein Abenteuerroman könnte kaum anders geschrieben werden als ein Kriminalroman: Abenteuer in unserer Gesellschaft sind kriminell”. (B. Brecht)
Definition:

Zunächst ist die Kriminalliteratur von der Verbrechensliteratur zu unterschei­den. Obwohl sich der Begriff Kriminalliteratur aus dem lateinischen crimen = Verbrechen ableitet, ist die Unterscheidung in die zwei Teilbereiche Verbre­chensliteratur und Kriminalliteratur notwendig geworden.

Die Verbrechensliteratur versucht, die Motivation des Verbrechens, seine äuße­ren und inneren Konflikte und seine Strafe zu klären. Zur Verbrechensliteratur gehören Werke wie der “König Ödipus” des Sophokles oder Dostojewskis “Schuld und Sühne”.

Auch die Kriminalliteratur beschäftigt sich, wenn meistens auch nur am Rande, mit dem Verbrechen und mit der Strafe, die den Verbrecher ereilt. Der Unter­schied zur Verbre­chensliteratur sind die in ihr dargestellten Anstrengungen, die zur Aufdeckung des Verbrechens und zur Bestrafung des Täters notwendig sind. Erst die Frage, wer die Anstrengung unternimmt und wie sie unternommen und erzählt werden, führt dann zu einer weiteren Untergliederung. Insofern wird der Begriff Kriminalliteratur heute als Oberbegriff verwendet.

Die meisten Literaturwissenschaften unterteilen die Kriminalliteratur in zwei idealtypi­sche Stränge, die sich berühren können, sich aber normalerweise auf­grund inhaltlicher oder formaler Kriterien auseinanderhalten lassen. Den einen Strang bilden der Detektiv­roman bzw. die Detektiverzählung (der Begriff De­tektiv kommt aus dem Englischen: to dedect = aufdecken, enthüllen), den anderen Strang bilden der Thriller (der Begriff kommt ebenfalls aus dem Englischen: to thrill = schauern, erbeben) oder der kriminalistische Abenteueroman bzw. der kriminalistischen Abenteuergeschichte.
Definitonen: Detektivroman, kriminalistische Abenteuererzählung

Als Definition gilt, daß sich der Detektivroman bzw. die Detektiverzählung in­haltlich dadurch kennzeichnen lassen, daß sie die näheren Umstände eines ge­schehenen Verbre­chens (fast ausschließlich des Mordes) im dunkeln lassen und die vorrangig intellektuel­len Versuche eines Detektivs darstellen, dieses Dunkel zu erhellen. Dabei wird einerseits das Geheimnis, welches das Verbre­chen umgibt, für den Leser planmäßig verstärkt (z.B. durch in die Irre führen­den Verdächtigungen), andererseits das Rätselhafte durch die zwingende Gedan­kenarbeit des Detektivs systematisch abgebaut. Aus dieser Konkurrenz der Kom­positionselemente resultiert die innere Spannung der Detektivliteratur.

Die Handlung besteht prinzipiell aus Untersuchungen und Verhören, also auch aus Reflexionen über bereits Geschehenes. Das Ziel der Erzählung ist rück­wärts gerichtet, auf die Rekonstruktion des verbrecherischen Tatvorgangs, also einer bereits abgelaufenen Handlung, die man am Schluß nach Überprüfung des Täters für den Leser meist kurz in chronologischer Folge zusammenfaßt.

Versucht man den Thriller bzw. die kriminalistische Abenteuererzählung in­haltlich der Detektivliteratur gegenüberzustellen, so läßt sich in erster Li­nie eine Differenz in der Vorgehensweise des Detektivs konstatieren. Weniger die hindernisreiche gedankliche Entschlüsselung des verrätselten Verbrechens wird dargestellt als vielmehr die Verfol­gungsjagd eines schon bald identifi­zierten oder von vornherein bekannten Verbrechers. Der Thriller besteht meist aus einer Kette aktionsgeladener Szenen (oft Szenen des Kamp­fes mit all sei­nen Begleiterscheinungen wie Flucht, Verfolgung, Gefangennahme, Befreiung, usw.) in denen der Detektiv sich mit Widerständen auseinandersetzt, die sich ihm als äußere Hindernisse in den Weg stellen, die überwunden werden, oder als Personen die beseitigt werden müssen. Da diese Form der Kriminallite­ratur weniger das Geheimnis eines verbrecherischen Tathergangs als vielmehr die Person des Täters als Zielobjekt des oder der Helden aufbaut, lassen sich grundsätzlich auch die Motive des Verbrechens in der Handlung mitentwickeln.

Die Darstellung der Verfolgung des Verbrechers führt im Gegensatz zur Detek­tivliteratur zu der vorwärts gerichteten, chronologischen Erzählweise des typi­schen Abenteuerromans.

Der Spionageroman ist thematisch, nicht aber strukturell von anderen Erschei­nungsfor­men des Thrillers zu unterscheiden. Die Aneinanderreihung von Grund­situationen wie Beauftragung des Helden, Begegnung der Kontrahenten, Gefangen­nahme, Flucht und Sieg des Helden ist in der einen oder anderen Form allen Thriller eigen, wobei gerade der Spionageroman zur wirksamen Gestaltungsweise derartiger Situationen viel beigetragen hat. Wie in allen Thrillern geht es auch in ihm nicht um die Entlarvung eines Verbrechers durch analytisches Den­ken, sondern um dessen Entlarvung durch Erkundungen und dessen Ausschaltung durch aktionistische Maßnahmen.
Verbreitung:

Über die Verbreitung von Kriminalromanen in der Bundesrepublik geben einige in den sechziger Jahren von Tageszeitungen veranstaltete Umfragen Auskunft. Da­nach ist der Umsatz an Kriminalliteratur von 1955 an beständig gestiegen. Bei dem Versuch, die Ge­samtanzahl in der deutschen Sprache (einschließlich Über­setzungen) verbreiteten Krimi­nalromanen zu errechnen, kam man damals schon auf 15 Millionen Exemplare. Geht man davon aus, daß jedes Buch mehrere Leser findet, so wird klar, daß die Kriminalliteratur einen bedeutsamen Faktor in der Bewußtseinsbeeinflussung darstellt. Dies kann man jedoch vor allem ange­sichts der Verbreitung der Heftromankrimis sagen. Allein von der “Jerry Cot­ton” Serie, der erfolgreichsten in Deutschland, werden wöchentlich ungefähr 300.000 Exemplare verkauft. Geht man auch nur von 6 Lesern pro Heft aus, was eher eine Unterschätzung ist, so lesen wöchentlich nahezu 2 Millionen Leser in der Bundesrepublik allein diese Serie. Diese Ergebnisse von 1971 dürften sich seitdem nicht wesentlich ver­ändert haben.
Der Anfang des Kriminalromans:

Publikumsinteresse, soziale und geistige Veränderungen, Medienentwicklung und literari­sche Motive stehen in wechselseitiger Beziehung. Die populäre Litera­tur orientierte sich im Zeitalter der Französischen Revolution unter anderem an dem allgemeinen Verlangen nach Darstellung großer Verbrechen; später kam sie dem Wunsch nach Darstellung der Probleme der Rechtsverwirklichung und auch detektorischer Ermittlungsarbeit entgegen, schließlich dem Wunsch nach Dar­stellung großer Detektive.

Heftromane wurden zuerst in den USA seit ungefähr 1860 geschrieben. In Amerika wur­den mit diesem Medium zuerst Western – Helden wie Buffalo Bill und Kit Carson zu volkstümlichen Identifikationsfiguren. Die sozialen Veränderungen, das Anwachsen der Städte gegen Ende des Jahrhunderts begünstigten die Entste­hung des Heftromankrimis, der das Abenteuer aus der Prärie in die Stadt ver­legt.
Neuansätze des Kriminalromans in der Gegenwart:

Die allmähliche Erstarrung des Kriminalromans in den historisch entstandenen, mehr oder weniger fest ausgebildeten Mustern führt seit ungefähr 1960 zu ver­schiedenen Versuchen, die Unterhaltungsqualität der Gattung mit gesellschafts­kritischen und emanzipatorischen Anliegen, sofern sie sich auf den Bereich Verbrechen und Verbrechensaufklärung bezie­hen lassen, zu verbinden. Gerade die bedeutendsten Vertreter der gegenwärtigen Krimi­nalliteratur widmen sich diesem Versuch.
Der Detektivroman
Handlung:

Im Detektivroman müssen die Täter und das Tatgeschehen erst während des Erzählens entdeckt werden. Die tragenden inhaltlichen Elemente der Handlung sind:

1. Das rätselhafte Verbrechen (der Mord)

2. Die Fahndung nach dem Verbrecher/den Verbrechern, die Rekonstruktion des Tatvorganges, die Klärung des Motivs für die Tat

3. Die Lösung des Falles und die Überführung des Täters/der Täter

Der Mord wirk im Detektivroman als Rätsel. Die Mordwaffe reicht vom Dolch aus Eis bis zu vergifteten Zahnfüllungen. Als Tatmotiv ist oft Eifersucht, Angst, Besitzgier usw. im Spiel. Daß der Detektivroman als Rätselstellung immer den Mord braucht, läßt sich nur dadurch erklären, daß nur auf Mord (jedenfalls im 19. Jh.) die Todesstrafe stand.

Die Figuren des Detektivromans sind seinem Handlungsplan unterworfen. Eine kleine Gruppe von Ermittelnden mit dem Detektiv als dem „Helden“ trifft auf eine größere Gruppe von „Unbekannten“. Ihr gehören sowohl das Opfer wie der unbekannte Täter an. Diese Gruppe bildet immer einen geschlossenen Kreis, d.h. die Figurenanzahl ist begrenzt, überschaubar und konstant; sie ist dem Ermittelnden als auch dem Leser frühzeitig bekannt. Der Mörder darf kein von außen Hinzukommender sein, weil sonst alle Anstrengungen des Detektivs und des Lesers vergeblich wären. Um den geschlossen Kreis der Figuren zu bilden, greifen die Autoren zu verschiedenen Mitteln. Sie siedeln den Mord etwa in einer durch äußere Umstände isolierten Gruppe an (Flugzeug, Schlafwagen) oder in einer isoliert lebenden Berufsgruppe (Theaterensemble) oder unter Verwandten (Familientreffen). In jedem Fall handelt es sich um Menschen, die zur gleichen Zeit an dem Ort versammelt sind, wo der Mord geschieht, und die sich meist lange und gut kennen.

Die Gruppe der Ermittelnden besteht aus dem Detektiv und Mitarbeitern, die entweder in einer besonderen Vertrauensverhältnis oder aber in Distanz oder gar Konkurrenz zu ihm stehen. Der Detektiv ist die zentrale Figur jeglichen Detektivromans. Aus der Norm fallende Angewohnheiten (Verdunkelung der Zimmer, …) verfremden ihn. Auch die Einsamkeit des Detektivs wird verfremden. Meist wird sie an seinem Junggesellentum verdeutlicht. Er arbeitet meist nicht allein, sondern hat Mitarbeiter, oft einen ihm enger anvertrauten Gefährten, oft ihm entfernter stehende Polizisten. Der Begleiter ist dem dominierenden Freund untergeordnet und gibt dies durch seine oft naiven Fragen auch zu erkennen. Der Glanz des Detektivs hebt sich dadurch um so deutlicher ab. Der Gefährte übernimmt auch die vielen kleinen Aufgaben, die ganze Kleinarbeit, damit der Detektiv die Muse für seine Denkarbeit findet. Das Selbstbewußtsein des Lesers wird auch gestärkt, etwa wenn er früher als der Gefährte zu seiner Schlußfolgerung kommt, die der Detektiv längst gezogen hat.

Die 2 wichtigsten Personen in einer Detektivgeschichte sind also:

1. Auf der einen Seite der Verbrecher, der sein leben aufs Spiel setzt. Geschildert werden die Anstrengung des präzis kalkulierten Plans und die Vertuschung der Tat.

2. Auf der anderen Seite der Detektiv, der sich von einem unbekannten Täter herausfordern läßt, die Anstrengung und seine intellektuelle Kompetenz unter Beweis zu stellen. Dem Rätsel des Mordes stehen die Enträtselung des Tatherganges, des Motivs und die Feststellung der Mörders gegenüber. Dieser Vorgang der Enträtselung kann als Beobachtung, Verhör, Beratung oder Verfolgung erfolgen.

Beobachtet oder beachtet werden im Detektivroman sowohl Gegenstände als auch Personen und jede Abweichung vom Normalen wird registriert. Das Verhör ergänzt die Beobachtung. Zeugen und Verdächtigte werden befragt, und oft tun sich Widersprüche auf. Die Antworten verbreiten oft neues Dunkel, werfen neue Fragen auf, weisen auf „sekundäre Geheimnisse“, die nicht unbedingt mit dem Mord etwas zu tun haben. Es soll eine Atmosphäre des Mißtrauens geschaffen werden, in der jeder jeden verdächtigt, jeder dem Leser als möglicher Mörder erscheint. Verhöre bieten auch eine ideale Gelegenheit, falsche Fährten zu legen. So kommt es, daß der Leser eine harmlose Person für schuldig hält, den wahren Mörder aber für unschuldig. Letzteres wird häufig durch das „falsche Alibi“ erreicht. Die zusätzliche Information, die das falsche Alibi als brüchig erweist, ist oft nur dem schweigenden Detektiv bekannt, dem Leser wird sie aber zu spät gegeben, daß er oft keine Chance des Enträtselns hat. Oft werden aber aus dem vom Erzähler gegebenen Informationen falsche Schlüsse gezogen.

Falsche Schlußfolgerungen werden auch gezogen, wenn sich der Detektiv mit den Mitarbeitern berät. Für den Leser bieten diese Beratungen Orientierungshilfen, aber sie leiten oft auch in die Irre. Der Detektiv hält sich bei solchen Beratungen oft zurück, läßt sich nicht in seine Karten schauen, macht oft nur Andeutungen.

Sind die Möglichkeiten, wer der Täter sein könnte, für den Detektiv so weit reduziert, daß weitere Zweifel ausgeschlossen erscheinen, so beginnt der letzte Teil der Fahndung, die Inszenierung der Überführungsszene. Der Detektiv ist vorläufig der alleinige Besitzer der Wahrheit. Alle Verdächtigen werden zusammengeführt und mit den an der Aufklärung des Falles Beteiligten konfrontiert. Diese Zusammenführung verläuft deswegen ohne Aufwand, weil sich der Täter normalerweise nicht durch Flucht aus der Affäre zu ziehen versucht. Zu den inhaltlichen Elementen der Überführung gehört die Aufklärung des Mordes mit einer Rekonstruktion des Tatherganges. Während der ganzen Fahndung zum Mitdenken stimuliert, wird dem Leser in der Schlußszene die Vergeblichkeit seiner Bemühungen bescheinigt. Hier muß er (normalerweise erstaunt) zur Kenntnis nehmen, worauf er selbst nicht gekommen ist.



All diese Punkte tragen dazu bei, den Täter und somit den Mörder zu überführen.


Beispiele:
Edgar Allan Poe

Im Jahre 1814 veröffentlichte der Amerikaner Poe die Detektiverzählung „The Murders in the Rue Morgue“. Er war damit der erste, der der Detektivliteratur prägende Kraft verlieh. Es konnte nur einen einzigen geben, der diesen Fall lösen konnte, und dies war Dupin, der Detektiv und Held dieser Erzählung. Poes Detektiverzählungen waren so genial, daß es lange Zeit keine anderen solcher Erzählungen gab.



Erst einige Jahrzehnte später schufen Wilkie Collins mit „ The Woman in White“ und „The Moonstone“, Emile Gaboriant mit „L´Affair Lerouge“ und Conan Doyle, aus der Vorlage von Poe, eine populäre Gattung und entwickelten sie weiter.
Arthur Conan Doyle (1859 – 1930)

schrieb normalerweise historische Romane, denen sein eigentliches Interesse galt. Er veröffentlichte 4 Detektivromane, „ A Study in Scarlet“, „The Sign of Four“, „ The Hound of the Baskervilles“, „ The Valley of Fear“ und 56 Detektivgeschichten, in denen der wahrscheinlich größte Detektiv den Helden spielt, nämlich Sherlock Holmes. Daß immer derselbe Herd vorkam, war keineswegs von Nachteil, im Gegenteil, es wurde zum damaligen Knüller. Grund dafür waren die Erkennungszeichen der Charaktere, wie z.B. daß Watson immer die falschen Schlüsse zog, wobei Holmes immer der geniale und charmante Detektiv war.



Kritiker und Nachfolger Doyles
Gilbert K. Chesterson

setzte sich in 2 Essays mit Holmes auseinander, bevor er mit seinen 50 Pater Brown Erzählungen ein literarisches Gegenbild zu ihm entwarf, alleine schon durch sein unscheinbares Äußeres. Pater Brown löst seine Fälle nicht als unbestechlicher Denker, sondern ganz einfach als Priester, der geübt ist, in andere Menschen hineinzusehen. Seine Überlegungen richten sich weniger auf die Rekonstruktion des Tathergangs als vielmehr auf die Psyche des Verbrechers.



Aber es gab auch Nachfolger von Doyle, wobei der wichtigste wahrscheinlich Gaston Leroux war. Von ihm ging aus, was später dann bei Agatha Christie, John Dickens und Ellery Queen die bestimmten Merkmale ergab. Er arbeitete mit dem Motiv des geschlossenen Raumes. Mit einer ganzen Reihe von Verdächtigen führte er die Leser in die Irre. Es ist fast unmöglich für den Leser, das Rätsel zu lösen.



Der pointierte Rätselroman


Agatha Christie (1880 – 1976)

Im Jahre 1920 begann Christie ihre schriftstellerische Laufbahn mit „The Mysterious Affair at Styles“ (1920). Am berühmtesten von ihren Büchern wurde wohl „Murder on the Orient Express“, „Death on the Nile“ und „ Ten little Niggers“. Ihre Hauptfiguren, Hercule Poirot oder Miss Marple, sind weit von der Überhöhung von Sherlock Holmes entfernt, besitzen jedoch skurrile Züge. Die Institution der beiden Gestalten sind unerläßlich für die Aufklärung eines Falles.



Varianten



Um einen neuen Realitätsbezug der Gattung bemühten sich Dorothy Sayers und George Simenon.

D. Sayers versuchte, den Detektivroman in einen realistischen Roman zurückzulenken. Eine Voraussetzung dazu ist der Verzicht auf die häufigen Irreführungen, also auch auf den Verlust des Höhepunkts. Auf diese Weise hat der Leser eine größere Chance, den Fall selber zu lösen. Er kann also genau mitverfolgen und bekommt ausreichend Information.

In G. Simenons Romanen kommt auch immer nur ein Held vor, nämlich Kommissar Maigret, der als Bürgerlicher seine eigenen Gewohnheiten und Beschwerden hat. Hier ist es aber so, daß es nicht in erster Linie um den Mörder geht, sondern um das Motiv der Tat. Der Mörder ist zumeist schon bekannt, wobei er sich in der Oberschicht finden läßt. So gewann Simenon die kleinen Leute als Leser.


Edgar Wallace (1875 – 1932):

Er schrieb über 173 Bücher, von denen rund die Hälfte Krimis waren. Seinen er­sten Kri­minalroman, “The Four Just Men” (Die vier Gerechten), veröffent­lichte er 1905 auf eige­ne Kosten. Der Durchbruch gelang ihm erst 1920.
Dashiell Hammett (1894 – 1961):

Charakteristisch für seine Werke war, daß er die gesellschaftliche Wirklich­keit einbrachte. Sein Held war meist ein Angestellter der Detektivagentur Continental. Sein berühmtestes Werk war “The Glass Key”. Er schrieb nur sehr wenige Werke, die allerdings eine hohe Stückzahl erreichten.
Helmut Zenker (geb. 1949):

Auf ihn geht der berühmte Wiener Polizeimajor “Kottan” zurück. Aus der ur­sprünglichen Kurzgeschichte entwickelte Zenker 1975 ein Hörspiel. Daraus ver­faßte er 1976 einen Entwurf für den ORF, aus welchem der Film Kottan ermittelt – Hartlgasse 16a entstand.
Ian Fleming (1908 – 1964):

Er präsentiert als Helden einen Agenten des Britischen Geheimdienstes, “James Bond – 007”, der in staatlichem Auftrag Menschen umbringt, die ihm als Feinde bezeichnet worden sind. Die James Bond Romane geben die Atmosphäre des Kalten Krieges zwi­schen den Großmächten in den fünfziger Jahren wieder. Die James Bond Filme, die erst in den sechziger und siebziger Jahren entstanden sind, haben mit der politisch – moralischen Atmosphäre der Bücher kaum noch etwas gemeinsam.

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Anna

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