Uganda

Uganda​ - ein Geographie Referat

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Ugandas Weg zur Unabhängigkeit

Geschichte Ugandas

Die Geschichte Ugandas ist die Geschichte des modernen Staates Uganda und eines der Vorgängerreiche auf seinem Gebiet. Während die Reiche der Bantu und Hima auf Grund ihrer Schriftlosigkeit noch zur Vorgeschichte zu zählen sind, setzt die schriftlich überlieferte Geschichte etwa um die Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Die bedeutendsten Mächte dieser Zeit sind die Reiche Buganda und Bunyoro. Zuerst gerät Buganda unter britischen Einfluss und 1896 wird ganz Uganda britisches Protektorat. 1962 wird dieses in die Unabhängigkeit entlassen. Die folgende Zeit kann grob in die Regierungszeiten der Diktatoren Milton Obote (1962 bis 1971 sowie 1980 bis 1985) und Idi Amin (1971 bis 1979) sowie des gemäßigteren Präsidenten Yoweri Museveni (seit 1986) unterteilt werden.

Frühe Geschichte

Zahlreiche fossile Funde im Großen Afrikanischen Grabenbruch legen den Schluss nahe, dass maßgebliche Prozesse der Menschwerdung sich im ostafrikanischen Raum abgespielt haben. So gilt für viele Anthropologen das Gebiet von Uganda und den Nachbarstaaten als die „Wiege der Menschheit“.

Man nimmt an, dass Uganda einst einen geschlossenen Regenwaldbewuchs aufwies, der von Pygmäenstämmen besiedelt war, die als Jäger und Sammler ihr Auskommen fanden. Vor etwa 2000 Jahren wurden diese Stämme durch die Einwanderung von kuschitische Sprachen sprechenden Hirtenvölkern im Norden und schließlich von Ackerbau betreibenden Bantuvölkern immer weiter zurückgedrängt. Etwa um 100 n. Chr. soll es zu einer erneuten Einwanderung von Hirtenvölkern im Westen Ugandas gekommen sein.

Es entwickelten sich Gesellschaften, die sich auf den Stamm als wichtigstes Element stützten.

Ab dem 9. Jahrhundert bildeten sich umfassendere Bantu-Gemeinwesen heraus. Später hinzukommende Hima übernahmen die Führung dieser Gemeinwesen und bauten auf ihnen auf. Da die Bevölkerungsgruppen divers und sehr mobil sowie kulturell relativ flexibel waren, setzte im Laufe der Zeit eine Überlagerung und gegenseitige Ergänzung von ackerbauender Bantukultur und viehzüchtender Himakultur ein.

Zeit der Königreiche

Ab dem 10./11. Jahrhundert bildete sich unter den Batembuzi das Reich Kitara. Seine Hauptstadt war Bigo Bya Mugenyi. Die Dynastie der Batembuzi wurde gefolgt von den Bachwezi, die mit ihrer Einwanderung im 14. Jahrhundert einige Neuerungen wie Kaffee-Anbau, Eisenproduktion und das Ankolerind nach Bunyoro brachten. Das Reich erlebte im 14./15. Jahrhundert seinen Höhepunkt und zerfiel danach langsam und ging im Reich Bunyoro auf, das mitunter auch Bunyoro-Kitara genannt wird.

Etwa ab dem 15. Jahrhundert entstand im Westen Ugandas im Bereich des Albertsees das Königreich von Bunyoro, das von nilotischen Hirten begründet wurde und das erste der fünf größeren Reiche Ugandas darstellte. Ab dem 17. Jahrhundert begann Buganda am Nordwestufer des Viktoriasee an Einfluss zu gewinnen, erreichte im 18. Jahrhundert die Vormachtstellung gegenüber Bunyoro und wurde das bedeutendste der ugandischen Reiche. Die Könige Bugandas, die sich Kabaka nannten, stärkten ihr Reich insbesondere durch ihre Raubzüge und den Handel mit Elfenbein, das in den Handel mit den damals an der Küste des späteren Kenia ansässigen Arabern ging. Weitere, kleinere Reiche stellten Ankole im Südwesten, Busoga im Südosten und Toro, das zwischen Ankole und Bunyoro lag, dar. Toro war eine Provinz Bunyoros, bevor es sich im 19. Jahrhundert von diesem lossagte.

Der weniger fruchtbare Norden Ugandas, der von Niloten besiedelt war, war zu dieser Zeit noch immer recht wenig entwickelt und in kleine Stammesbezirke unterteilt, die häufigen Wanderbewegungen unterlagen.

In Buganda lag der Grundbesitz in Händen des Kabaka mit Sitz in Kampala. Er stellte an die Spitze der Sazas, der einzelnen Distrikte Bugandas, Häuptlinge, die für die Aufrechterhaltung der Ordnung, für die Steuererhebung, die Rechtsprechung und die Landverteilung an die Bauern in ihren Sazas verantwortlich waren. Sie gehörten dem Bakungu an, dem höheren Adel, und konnten einen Teil ihrer Privilegien an die Angehörigen des Batongole, des niederen Adels, delegieren. Diese Adelsposten waren nicht primär erblich, sondern konnten vom Kabaka bestimmt werden. Dem Kabaka zur Seite stand der Lukiko, ein Rat hoher Adliger, der zwar kein festgesetztes Mitbestimmungsrecht hatte, aber durchaus Einfluss auf Entscheidungen. Schließlich besaß der Kabaka auch ein starkes Kriegsvolk und eine Flotte von einigen hundert Kriegsbooten sowie ein vergleichsweise gutes Straßensystem.

Bunyoro wurde vom Omukama geleitet, der ebenfalls über Häuptlinge das Land verwaltete. Er hatte im Gegensatz zum Kabaka keinen festen Sitz.

Wachsender Einfluss fremder Mächte

Etwa ab 1840 intensivierten sich die direkten Handelsbeziehungen Bugandas mit den Arabern, die Sklaven und Elfenbein abnahmen. Auch die kleineren Reiche von Kitara, das wieder eine gewisse Autonomie von Bunyoro gewonnen hatte, und Karagwe im Osten unterhielten Kontakte zu Arabern. Einzelne Regionen wurden zu diesem Zeitpunkt islamisiert. Unter dem Kabaka Mutesa I., der seit 1856 das Amt inne hatte, erreichte Buganda den Höhepunkt seiner Macht. Es kam nun zu ersten Kontakten mit europäischen Afrikaforschern. Dies geschah vor allem in Buganda, das sich den Fremden stärker öffnete als Bunyoro und die anderen Reiche. 1862 empfing der Kabaka John Hanning Speke und James Augustus Grant sowie 1875 Henry Morton Stanley. In den 1860er und 1870er Jahren begann die Expansion der Khediven von Ägypten unter anderem durch Ismail Pascha und Emin Pascha den Norden Ugandas zu erreichen, die auch Samuel White Baker nach Uganda sandten. 1877 gelangten erstmals anglikanische und 1879 katholische Missionare nach Uganda, die auf Wunsch des Kabakas ins Land kamen, da dieser den wachsenden islamischen Einfluss begrenzen wollte, der von Norden und Westen her sich auf das Gebiet Ugandas ausbreitete. Der Kabaka trat mit großen Teilen des Hofs und des Rats, des Lukikos, zum Christentum über. Allerdings beschränkte er zunächst die Arbeit der Missionare auf die Hauptstadt. Bald darauf trafen auch erste Gesandte des Deutschen Reichs, Frankreichs und Großbritanniens ein. Kurze Zeit später begannen die vermehrt auftretenden Europäer auch in anderen Gebieten zu missionieren und rasch das bisherige Herrschaftssystem zu destabilisieren, da viele lokale Führer versuchten, ihren Einfluss zu vergrößern, indem sie sich den Europäern annäherten, deren überlegene Waffentechnik enorme Macht bedeutete und Möglichkeiten bot, andere Herrscher auszuspielen. Insbesondere aber führten auch die religiösen und nationalen Animositäten der Europäer untereinander, die jeweils bekehrte einheimische Gefolgschaften hinter sich wussten, zu zusätzlichen Konflikten. Zu einem ersten Ausgleich kam es 1884/1885, als auf der Kongokonferenz die Ansprüche Großbritanniens auf Uganda anerkannt wurden. In weiteren Verträgen 1886 und im Helgoland-Sansibar-Vertrag 1890 regelten die Kolonialmächte die weitere Gebietsaufteilung. Deutsch-Ostafrika wurde auf die Gebiete des heutigen Gebietes von Festland-Tansania, Ruanda und Burundi festgelegt, während die jetzigen Staaten Uganda und Kenia als British East Africa zusammengefasst wurden.

Mwanga II. folgte 1884 seinem Vater auf den Thron. Im Gegensatz zu diesem, der mehr auf ein Ausbalancieren der fremden Einflüsse untereinander setzte, trat Mwanga aggressiver auf. Er war zudem nicht getauft, sondern Anhänger des Islam. So ließ er 1885 den Bischof James Hannington, der ins Land kam, festsetzen und kurz darauf töten. Dies alles führte zwischen 1887 und 1894 zu drei blutigen Bürgerkriegsepisoden. 1888 wurde Mwanga nach einem Gefecht bei Mengo abgesetzt und durch seinen Halbbruder Kiwewa Mutebi II. ersetzt, der von den Briten unterstützt wurde. Nachdem Mwanga II. 1890 einen Schutzvertrag mit Frederick Lugard von der Imperial British East Africa Company (IBEAC) unterzeichnet hatte, wechselten die Briten die Unterstützung und Mwanga bestieg wieder den Thron, nachdem kurze Zeit Kalema den Thron inne hatte. 1892 brach ein offener Konflikt zwischen französischen Katholiken, die dem Gedanken einer Übernahme der Herrschaft in Uganda durch das Deutsche Reich und Carl Peters nahestanden, da Frankreich in Ostafrika keine eigenen Kolonialambitionen hatte, und britischen Protestanten bzw. deren jeweiligen einheimischen Gefolgschaften aus, in dem zunächst die Franzosen die Überhand gewannen. Erst durch militärischen Eingriff Lugards wurden die Franzosen geschlagen. Uganda war in diesen Jahren auf Grund des verstärkten Kontakts zur Außenwelt einigen Epidemien ausgesetzt, darunter die Rinderpest, die Schlafkrankheit und die Pocken.

Der britische Gesandte Sir Gerald Portal kam 1893 ins Land und schlug seinen Sitz in Entebbe auf, was dazu führte, dass die Stadt später die Hauptstadt Ugandas werden sollte. Unter seiner Leitung erklärte Großbritannien Uganda als Protektorat und es wurde ein erweiterter Schutzvertrag mit Mwanga abgeschlossen, der Buganda noch enger an Großbritannien band, das auch die Verwaltung des Gebiets übernahm, den Kabaka aber zunächst noch als Souverän bestätigte. In diesem Vertrag musste Mwanga allerdings auch militärische Unterstützung für Portals Vorhaben der Unterwerfung der Reiche Toro, Ankole, Busoga und Bunyoro unter seinem Herrscher Kabalega zugestehen. Die Briten besiegten in der Folgezeit Bunyoro und Toro sowie das Gebiet der Acholi im Norden, während Busoga und Ankole Verträge unterzeichneten, die die britische Oberherrschaft besiegelten. 1897 aber floh Mwanga und startete einen Aufstand gegen die Briten. 1898 wurde er bei Kislaira geschlagen. Der nach der Flucht vakante Thron von Buganda wurde mit dem erst einjährigen Sohn Mwangas Daudi Chwa II. besetzt, dessen Amtsgeschäfte von drei von den Briten eingesetzten Ministern geführt wurden.

1896 wurde das Protektorat Uganda proklamiert und Henry Hamilton Johnston sicherte 1900 mit einem neuen Vertrag, dem Buganda Agreement, Großbritanniens Herrschaft endgültig ab. Ein Teil der Gebiete Bunyoros wurde an Buganda übertragen und unter dessen Adligen aufgeteilt. Auch Bugandas Ländereien wurden nun zwischen Kabaka und Chiefs (insgesamt etwa 3700 Angehörige des Adels) aufgeteilt, wodurch die frühere Form des Landbesitzes, die einem Lehen entsprach, in eine dem Allod entsprechende Form überging. 1897 musste ein Aufstand nubisch-ägyptischer Truppen niedergeschlagen werden, der sehr kostspielig war, da Großbritannien zusätzliche Truppen aus Britisch-Indien heranziehen musste.

1902 erfolgte die Abtrennung eines Teils Ostugandas (der East Uganda Province) und die Angliederung an Kenia, um die 1901 neu errichtete erste Etappe der Uganda Railway, die bei Kisumu am Ostufer des Viktoriasees endete, komplett unter der Kontrolle eines einzelnen Gebiets, Kenias, zu haben. Ab Kisumu wurden Waren und Passagiere zunächst die letzten 300 km per Dampfschiff über den Viktoriasee nach Buganda ans Nordwestufer verschifft. Die Fertigstellung der Bahnlinie war ein absoluter Meilenstein für die Entwicklung des Landes; die Transportkosten für Waren, die an die Küste transportiert werden sollten, sanken um 97 %.

Die koloniale Wirtschaft beschränkte sich anfangs auf den landwirtschaftlichen Anbau von Exportgütern (so genannte Cash Crops) wie Baumwolle und Kaffee. Besonders der Anbau der Baumwolle wurde vor dem Ersten Weltkrieg vorangetrieben und stieg von einem Exportvolumen von 200 Pfund Sterling 1905 auf 52.000 Pfund 1908 und schließlich 369.000 Pfund 1915, so dass die Verwaltung nun völlig ohne Geldzuschüsse Großbritanniens auskam. Daher wurde der Anbau auch auf weitere Provinzen ausgedehnt. Die Ersetzung der traditionellen Anbaugüter durch exportorientierte Monokulturen führte allerdings auch zu mehreren Hungersnöten, so dass davon auszugehen ist, dass die Bevölkerung der Ostprovinzen zwischen 1890 und 1923 von etwa 1 Million auf 220.000 zurückgegangen ist.

Anders als in Kenia blieb die Zahl der europäischen Siedler äußerst gering, was zum Teil daran lag, dass die Chiefs besser über Land und billige Arbeitskräfte verfügen konnten als die Kolonisatoren, so dass das landwirtschaftlich genutzte Land zum großen Teil in den Händen der lokalen Bevölkerung und ihrer Aristokratie blieb. Trotzdessen nahmen die Afrikaner durch die Mission schnell die europäische Lebensart an. Die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben verbreitete sich zunehmend, so dass bereits 1911 zwei eigene monatliche Zeitschriften (Ebifa und Munno) in Luganda erschienen. Auch bildeten sich erste Hochschulen wie Mengo High School, St. Mary’s Kisubi, Namilyango, Gayaza und King’s College Budo, die alle in Buganda lagen. 1922 wurde in Kampala die heutige Makerere-Universität gegründet, die zunächst berufbildendes Technikum, ab 1938 höhere Schule war und ab 1950 vollwertige Universitätsabschlüsse verlieh.

Nach der teilweisen Erschließung des Landes, die durch den Bau der Eisenbahnen durch die britische Kolonialverwaltung vorangetrieben wurde, emigrierten zahlreiche Asiaten nach Uganda. Sie übernahmen rasch bedeutende Plätze im Handel und begrenzt auch in der Industrie des Landes. So war einige Zeit bis zum Ende des Ersten Weltkriegs auch die indische Rupie das Hauptzahlungsmittel, das aber danach vom Pfund verdrängt wurde.

Die frühe Öffnung Bugandas gegenüber den späteren Kolonialmächten brachte den Angehörigen seiner Aristokratie, den Chiefs, große Vorteile nachdem Uganda seinen heutigen Umfang erhalten hatte. Sie wurden bei der Besetzung von Beamtenpositionen auch in den Gebieten der anderen Königreiche bevorzugt und waren meist Besitzer der nun zahlreich angelegten Plantagen, da ihnen Johnstons Vertrag von 1900 etwa die Hälfte des Landes von Buganda zuteilte. Die Position der Chiefs wurde dadurch erheblich aufgewertet und sie gehörten später zu den wohlhabendsten Ugandern, die in einigen Fällen höhere Einkommen hatten als der britische Gouverneur Ugandas. Das Zentrum Bugandas um Kampala und Entebbe wurde nun das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des neuen Staates, das sich gut entwickelte. In diese Zeit fällt auch der Ausspruch Winston Churchills von der „Perle Afrikas“. Die gute Entwicklung beschränkte sich aber vornehmlich auf den Süden, während der Norden vernachlässigt wurde, was den Gegensatz zwischen den verschiedenen Völkern zusätzlich verschärfte.

1918 wurde dem Gebiet Ugandas auch die West Nile Province zugeschlagen, womit das Land seine heutigen Umrisse erhielt.

1920 wurde dem Gouverneur der britischen Krone erstmals ein Legislativrat zur Seite gestellt, dessen Mitglieder zunächst von Großbritannien ernannt wurden. Ab 1926 waren auch Inder, aber noch keine Afrikaner vertreten.

In den 1930er und 1940er Jahren erließen die Briten einige Verordnungen wie die Native Produce Marketing Ordinance, die dazu dienen sollten, den überregionalen Handel, der in der Hand von Briten und Indern lag, gegenüber der erstarkenden, für den Export produzierenden, schwarzen Bauernschaft abzuschotten.

Eine erste politische Organisation unter den Schwarzen bestand 1915, als die Young Baganda Association gegründet wurde, die sich aus jungen, relativ gut ausgebildeten Baganda zusammensetzte, die verstärkt ihren Einfluss gegenüber der älteren Generation, die in der Verwaltung saß, geltend machen wollten. Sie setzten sich aber auch, wie die Uganda African Civil Servants Association von 1922, allgemein für die Beseitigung von Nachteilen für afrikanische Händler und Beamte ein. Landbesitzer organisierten sich in der Bulungwe bwa Buganda (ab 1934 African Welfare Association) und 1939 in der Bana ba Kintu. Ihr Protest gegen Landkäufe der Kabaka-Regierung Bugandas und die gewaltsame Niederschlagung ihres Protests führten 1944/1945 zu einem Generalstreik. In der Folge wurden einige Zugeständnisse an die Afrikaner beim Zugang zu den lokalen politischen Gremien gemacht.

1946 gründete sich die Bataka Party und 1947 unter Beteiligung Ignatius Musazis die Uganda African Farmer Union, die gegen Handelsmonopole bei der Baumwoll- und Kaffeeproduktion angingen. Sie erreichten 1949 einen Verkaufsboykott der Produzenten für Baumwolle, der aber im Verbot der beiden Organisationen endete. Ihre Führer taten sich dann 1952 zur ersten politischen Partei des Landes, dem Uganda National Congress (UNC) zusammen, dessen Forderungen eine föderative Verfassung, allgemeine Wahlen und eine Selbstregierung durch Afrikaner umfassten.

Weg zur Unabhängigkeit

Der Druck auf die Briten wuchs und als Zugeständnis an die Afrikaner wurde der Anteil schwarzer Mitglieder in den lokalen Vertretungen, deren wichtigste der Lukiko Bugandas war, stetig erhöht. Nach Unruhen 1945, die zur Ermordung eines Ministers Bugandas führten, wurde beschlossen, dass erstmals 31 von 89 Sitzen im Lukiko gewählt werden sollten. Ab 1946 wurden in den nationalen Legislativrat auch Afrikaner aufgenommen.

Die wirtschaftliche Liberalisierung, verbunden mit positiven Einflüssen einer insgesamt prosperierenden Weltwirtschaft, sorgte für einen steten Aufschwung für Uganda, was aber auch vermehrt Europäer und Asiaten ins Land brachte, deren Anzahl sich auf 10.000 verdreifachte bzw. bei den Asiaten auf 70.000 verdoppelte.

In den 1950er Jahren wurde der Charakter Bugandas als Staat im Staat immer stärker, der Kabaka Mutesa II. wirkte auf einen vom Rest-Uganda unabhängigen Staat hin. Dem Gouverneur Andrew Cohen schwebte dagegen eine Ostafrikanische Föderation bestehend aus Kenia, Tansania und Uganda nach dem Vorbild der Föderation von Rhodesien und Njassaland als zukünftiges Modell vor, was aber von den Afrikanern vehement abgelehnt wurde, da man befürchtete, die in Kenia und Tansania weit zahlreicheren weißen Siedler könnten ähnlich wie in Rhodesien eine rassistische Minderheitsregierung bilden. Der Kabaka forderte im Gegenzug die Ablösung Bugandas von Uganda. Kurze Zeit nachdem er von Cohen verlangt hatte, die Beziehungen zwischen Buganda und der Kolonialregierung von der Zuständigkeit des Kolonialamts hin zum Auswärtigen Amt zu verlagern, wurden Cohen diese Ambitionen zuviel. Er ließ den Kabaka nach England ins Exil bringen, was zu Unruhen in Uganda und einer unerwarteten Solidarisierung der Ugander untereinander führte.

Innerhalb Bugandas formierte sich 1955 die Progressive Party (PP), die protestantisch geprägt war. Diese war maßgeblich an den Verhandlungen beteiligt, durch die Mutesa 1955 nach zahlreichen Protesten und Ausschreitungen von Baganda seit seiner Ausweisung auf den Thron zurückkehrte, nachdem er eine konstitutionelle Monarchie akzeptierte. Obwohl nach außen als konstitutioneller Monarch in seiner Position beschnitten, hatte er doch in einigen Punkten Einfluss gewinnen können. So konnte Mutesa nun erstmals Chiefs direkt ein- und absetzen. Die PP allerdings hatte danach nur noch geringe Bedeutung. 1956 gründete Benedicto Kiwanuka die Democratic Party (DP), die sich auf Kleinbauern und Katholiken stützte.

1958 fanden die ersten direkten Wahlen zum Legislativrat statt, in denen fünf Abgeordnete des UNC unter Obote, einer der DP und sieben Unabhängige gewählt wurden. Gleichzeitig errang die DP mit Kiwanuka aber die Mehrheit im Lukiko.

1960 gründete Milton Obote als Gegengewicht zur katholischen DP den protestantischen Uganda People’s Congress, der die Nachfolge des UNC antrat. Obote war Lango und daher selbst gegen eine Buganda-Hegemonie. Im gleichen Jahr erfolgte von Seiten Bugandas und des Lukikos eine einseitige Unabhängigkeitserklärung, die aber von Großbritannien ignoriert wurde und zunächst folgenlos blieb. Einige dieser Bagandanationalisten sorgten auch für mehrere antiindische Ausschreitungen in Kampala.

Bereits seit 1958 hatten Verhandlungen mit Großbritannien stattgefunden, in denen über die zukünftige Verfassung Ugandas beraten wurde. Nach den Verfassungsgesprächen in London 1961 fanden sich nationalistisch-traditionalistische Baganda zur Bewegung Kabaka Yekka (KY, „Der Kabaka allein“) zusammen, die die Wahlen im März 1961 boykottierten. Dadurch gelang es der DP einen Großteil der Sitze zu gewinnen. Kiwanuka wurde dadurch der erste einheimische Regierungschef in Uganda. In der Opposition fanden sich UPC und KY. Bei den Unabhängigkeitsgesprächen konnte Kiwanuka seine Vorstellung eines zentralistischen Uganda allerdings nicht durchsetzen, so dass bei erneuten Wahlen im Frühjahr 1962 die UPC in Buganda siegte, der UPC im Rest des Landes.

Im Mai 1962 wurde Obote als Führer einer UPC/KY-Koalition der Regierungschef des Landes, der es am 9. Oktober desselben Jahres als Premierminister in die Unabhängigkeit innerhalb des Commonwealth führte. Der Commonwealth wurde durch den Generalgouverneur Walter Fleming Coutts vertreten. Buganda erhielt föderativen, die anderen vier traditionellen Reiche halbföderativen Status. Zehn weitere Provinzen wurden von Gouverneuren der Zentralregierung regiert. Die Hauptstadt wurde nun Kampala anstatt Entebbe.


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