Vormärz Metternichsche Staatensystem

Vormärz Metternichsche Staatensystem​ - ein Geschichte Referat

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Metternichsche Staatensystem, Neuordnung Europas, Kongress zu Archen, Karlsbader Beschlüsse, Das Biedermeier

1 Metternich´sche Staatensystem
1.1 Neuordnung Europas (1815)

Die Verträge und Bündnisse, die auf dem Wiener Kongreß geschlossen wurden, sollten ein ausgewogenes Machtverhältnis in Europa schaffen. Eine wichtige Rolle bei den Verhandlungen spielte der österreichische Außenminister Metternich. Das bedeutendste Bündnis, das in Wien ausgehandelt wurde, war die „Heilige Allianz“.
1.1.1 Heilige Allianz

1789 rief Zar Aleksej I von Rußland zur „Heiligen Allianz“ auf. Die drei Vertreter waren Zar Aleksej I von Rußland, Vertreter der russisch-orthodoxen Konfession, Friedrich Wilhelm III von Preußen, der die protestantische Konfession und Franz I von Österreich, der die katholische Konfession vertrat.

Metternich gelang es durch eine leichte Abänderung des handschriftlichen Originals romantische Ideen zu eliminieren und die Allianz auf den Boden rationalen politischen Kalküls zurückzuführen.

Diese Allianz, der beinahe alle Staaten Europas angehörten, lieferte Metternich ein Machtinstrument, das jede Intervention im Namen des monarchischen Prinzips erlaubte.
1.2 Die Politik Metternichs

Die Heilige Allianz war ausschlaggebend dafür, daß man innenpolitisch eine strenge Pressezensur, Eingriffe in die geistige Autonomie der Universitäten und ein weitverzweigtes Agenten- und Spitzelwesen einführte, um zu überleben auf außenpolitischer Ebene.

Die strenge Pressezensur und die Überwachung der Universitäten sollte die Verbreitung nationaler und freiheitlicher Gedanken verhindern.

Das war der Aufbau des System Metternichs.

Metternich konnte sein System in fast allen Staaten des Deutschen Bundes durchsetzen, bis auf Westfalen und dem Rheinland, wo die fortschrittlichen Einrichtungen aus der Franzosenzeit erhalten blieben.

Die beiden großen Staaten Österreich und Preußen, sowie die meisten übrigen Mitglieder des Deutschen Bundes hingegen gewährten keinerlei Verfassungen, sondern ließen nur in den einzelnen Provinzen die Landstände bestehen.

Der Landesherr blieb alleiniger Träger der gesamten Staatsgewalt mit umfassendem Verordnungsrecht und bürokratischem Zentralismus.

Die Grundfreiheiten und die Menschenrechte fanden keinerlei Berücksichtigung in den Verfassungen.

Durch den starren Konservatismus des Staatskanzler kommt es ständig zu innenpolitischen Krisen und schließlich zur Revolution im Jahre 1848.

Der „Kutscher Europas“ glaubte, den Kampf um die Legitimität gegen alle Liberalen und revolutionären Bewegungen innerhalb und außerhalb Deutschlands im Sinne der Restauration erfolgreich führen zu können.

Metternich schuf sich durch seine Politik viele Feinde. Aber andererseits brachte seine Regierungszeit auch einige Jahrzehnte des Friedens.

Besonders in Österreich stand Metternich in unversöhnlichem Gegensatz zu Nationalismus und Liberalismus, weil er sich mit Kaiser Franz I (1804-1835) darin einig war, daß beide Strömungen den Vielvölkerstaat der Habsburger gefährden und unweigerlich zum Krieg führen würden.

Ein umfangreicher Polizeiapparat zur Überwachung der Untertanen war die Folge, um den absolutistischen Staat zu schützen.

Diese Kontrolle und Überwachung hatte ein grenzenloses Mißtrauen mitgebracht, selbst seinen nächsten Verwandten gegenüber.



Unter dem regierungsunfähigen Kaiser Ferdinand I (1835-1848) wurde das „Metternichsche System“ noch unterdrückender empfunden.

Die nationale Bewegung im Vielvölkerstaat Österreich wurde immer stärker.



Die Folgen waren:

· Italien strebte die Loslösung des Königreiches Lombardo Venetien von Österreich an

· Tschechien und Südslawen forderten nationale Autonomie

· Ungarn verlangte weitgehende Selbständigkeit für die Länder der heiligen Stephanskrone, Ungarn, Siebenbürgen und Kroatien
1.3 Die Deutsche Burschenschaft

Da der Wiener Kongreß auch die nationalen Vorstellungen vieler Bürger des Deutschen Bundes enttäuschte und dem Wunsch nach dem Einheitsstaat nicht gerecht werden konnte, wuchs die nationale Bewegung in Deutschland in den Jahren nach den Freiheitskämpfen.

Besonders die Studenten waren es, die an diesen Bewegungen aktiv teilnahmen. Noch im Jahre 1815 wurde in Jena die Deutsche Burschenschaft gegründet.

Diese akademische Bewegung faßte schnell Fuß an vielen anderen Universitäten.

Ihre Parole war: „Ehre, Freiheit, Vaterland“, mit der man das Bewußtsein der nationalen Einheit zu erwecken mochte.
1.4 Das Warthburgfest (1817)

Um die Erinnerung an die Reformation und zugleich an die Völkerschlacht bei Leipzig zu feiern, veranstalteten die Burschenschaften im Oktober 1817 auf der Wartburg bei Eisenachen ein Turnfest, bei dem die Studenten als Protest gegen die Unterdrückung durch Metternich die Symbole des Polizeistaates, einen Zopf, einen Korporalstock und Schriften der Restauration öffentlich verbrannten.

Metternich und viele andere Fürsten erblickten in dieser Demonstration eine große Revolutionsgefahr.
1.5 Kongreß zu Archen (1818) und die Karlsbader Beschlüsse (1819)

Die Vertreter der Heiligen Allianz verfaßten auf dem Kongreß zu Aachen (1818) ein Programm zur Unterdrückung der freiheitlichen Bewegungen.

Die Ermordungen eines russischen Spions durch eine Studentenbewegung, nahm Metternich zum Anlaß, auf dem Kongreß in Karlsbad (1819) strengste Maßnahmen gegen die nationalen Gruppen zu treffen.
1.6 Das Bürgertum zieht sich zurück

Die Zeit des Vormärz war auch durch starke soziale Spannungen geprägt:

· hohe Steuern Þ traf besonders die Bauern

· niedrige Löhne für Arbeiter Þ Unruhen, Plünderungen der Vororte Wiens



Die Kasematten am Spielberg in Brünn waren in der ganzen Monarchie berühmt berüchtigt. Auf Grund dieser Einschnitte der Regierung, wandte sich das Bürgertum den unpolitischen Bereichen des Lebens zu.



Seit den 20er Jahren entwickelte sich somit ein neuer Lebensabschnitt der Gesellschaft, das „Biedermeier“.

Zu dieser Zeit wurden die Familien- und Freundesgeselligkeiten besonders gepflegt. Das Biedermeier wurde vor allem durch die Einfachheit geprägt, die durch die Verarmung, während der langen Kriegsjahre entstanden ist.


1.7 Das Jahr 1848

Im Februar 1848 erfuhren die Wiener von einer neuen Revolution in Paris. Nun kam es auch in Wien zu Unruhen und Demonstrationen. Die Bürger forderten eine Verfassung und die Pressefreiheit.
1.7.1 Monate des Schreckens

Der Wiener Bürger hatte sich bewaffnet und zu einer Nationalgarde zusammengeschlossen. Am 13.März 1848 kam es zu ersten Zusammenstößen mit dem Militär. Wegen dieser Ereignisse mußte der Kaiser den bei der Bevölkerung verhaßten Staatskanzler Metternich entlassen.

Am 14.März hob Kaiser Ferdinand die Zensur auf. Gleichzeitig versprach er auch eine Verfassung. Sogar mit der von den Bürgern aufgestellten Nationalgarde war er einverstanden.

Im Mai 1848 kam es jedoch wieder zu blutigen Auseinandersetzungen. Dem Kaiser erschien die Lage so bedrohlich, daß er mit dem gesamten Hofstaat nach Innsbruck reiste.

Ende September wird der Vertreter des Kaisers in Budapest ermordet, was zur Folge hatte, daß es in Wien wiederum zu Aufständen kam, die 2000 Menschen das Leben kostete.

Noch am selben Tag wurde der Kriegsminister Graf Latour von Aufständischen ermordet und anschließend sein Leichnam an einer Gaslaterne vor dem Kriegsministerium aufgehängt. Der Kaiser, der wieder aus Innsbruck zurückgekehrt war, floh in die nordmärische Stadt Olmütz. Am 31.Oktober gelang es den kaiserlichen Truppen die Revolution niederzuschlagen.
1.7.2 Was nach der Revolution blieb

Nach diesen tragischen Ereignissen dankte Kaiser Ferdinand ab. Sein 18jähriger Neffe Franz Joseph trat die Nachfolge an. Er regierte 68 Jahre lang, bis zu seinem Tod am 21.November 1916.

Die Revolution in Österreich war niedergeschlagen. Mehr als zehn Jahre herrschte der Kaiser nun als absoluter Monarch. Von den Errungenschaften der Revolution überdauerte nur eine: Die Befreiung der Bauern von der Grunduntertänigkeit und damit vom Frohndienst und Zehent. Die Bauern wurden damals auch Eigentümer des von ihnen bearbeiteten Bodens.
2 Das Biedermeier (1815-1848)

Das Adjektiv „bieder“ und die dazugehörige Personifizierung des „Biedermannes“ hatten einst ein positive, vorbildhafte Bedeutung und waren zu umschreiben mit den Eigenschaften ehrenwert, mutig und aufrichtig.

Nach dem Scheitern der Revolution von 1848 fanden sich zahlreiche Spottgedichte auf den bürgerlichen Spießer, für den sich als ironisches Pseudonym der Name „Biedermeier“ durchsetzte, der nun für brave und angepaßte Beschränktheit und Unterwürfigkeit stand.

Erst um 1900 wurde die Stilbezeichnung „Das Biedermeier“ gebräuchlich, jedoch nur für Möbel, Kleidermode, Kunstgewebe und Malerei.

Besonders charakteristisch für die Zeit des Biedermeiers ist das Zurückziehen der Menschen aus dem politischen Leben. Von Politik wollte ein Großteil des Bürgertums nichts mehr wissen, da ihm ohnehin jede Mitsprache verwehrt blieb.
2.1 Eine beschauliche Zeit

Mit dieser Zeit des Biedermeiers assoziiert man Harmonie, Bürgerfrieden, Bescheidenheit und Beschaulichkeit, wie sie in den österreichischen Bildern der Vergangenheit gezeigt wird. Es vermittelt ebenfalls eine traute, konfliktlose Zufriedenheit, in der jedem Menschen eine Rolle zugewiesen ist, die er genügsam und gottergeben ausfüllt.

Die Armut erscheint putzig und kauzig.
2.2 Bürgerliche Lebensweise und Kultur

Die Bürgerstube war das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens. Es wohnten bis zu 3 Generationen in einem Haus, sowie ärmere Verwandte.

Die hierarchische Gliederung war streng patriarchisch (oberste Instanz Vater Þ Ernährer, Repräsentant nach außen). Die Frau konzentrierte sich auf die häuslichen Bereiche.
2.3 Hygiene

Hygiene wurde im Biedermeier nicht gerade groß geschrieben. Abwässer der großen Städte flossen in den offenen Rinnstein, was zur Folge hatte, daß die Bürger regelmäßig von Epidemien wie der Cholera oder der Pest heimgesucht wurden.

Durch die Häuslichkeit des Biedermeiers erneuerte sich die Badekultur und die Toilette wurde zu dieser Zeit erfunden.

Öffentliches Baden war tabu, außer in den dafür vorgesehenen Kurorten (Marienbad, Karlsbad, Baden-Baden und Baden bei Wien).
2.4 Biedermeierliche Musik

Zwei musikalische Talente ragten damals unter vielen anderen hervor, das waren Ludwig von Beethoven und Franz Schubert.

Man traf einander und musizierte, wie damals bei den berühmten, auch heute noch existierenden Schubertiaden. Diese Zusammenkünfte bildeten im Vormärz einen beliebten Zirkel der politischen Diskussion führender geistiger Köpfe.

Neben der Hausmusik avancierte die wiener Tanzmusik, der Wiener Walzer, unter Josef Lanner und Johann Strauß (Vater und Sohn) zu einem begeisterten aufgenommenen Unterhaltungsvergnügen.
2.5 Das literarische Biedermeier

Die deutsche Literatur wurde zwischen 1815 und 1848 von mehreren Strömungen bestimmt. Einige Namen dieser Zeit waren E.T.A. Hoffmann, Goethe, Eichendorff und Lenau.

Die Literaten wie Freiligarth, Herwegh, oder Weerth versuchten das Volk durch ihre Texte geistig auf die Revolution im Jahre 1848 vorzubereiten.

Während der Adel das Burgtheater zum Hoftheater erklärte und somit im Sinne der Metternichschen Restauration das Bürgertum absonderte, wich der Kleinbürger in die Theater der Vorstadt aus. Nestroy und Raimund sind jene Possenschreiber des Biedermeiers, die durch Hinterlist die Zensur des Staates umgehen und sich somit in ihren Stücken über die politische Lage lustigmachen und das Theater als Ventil der Gesellschaft betrachten.

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Anna

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