Biologische Kriegsführung

Biologische Kriegsführung​ - ein Geschichte Referat

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Geschichte der Biologischen Kriegsführung, Entwicklung Wirkung Beispiele, B-Waffen-Konvention

Biologische Kriegsführung

Sie sind winzig, unsichtbar fürs bloße Auge, aber nichtsdestotrotz die gefährlichsten aller Waffen. Die B-Waffen – Biologische Killer aus Mutter Naturs Wunderkiste. Man kann sie nicht riechen, man kann sie nicht schmecken und man kann sie schon gar nicht sehen. Sie attackieren im geheimen und wenn man sie bemerkt ist es meistens schon zu spät. Doch sie vernichten nur Lebewesen, nicht jedoch deren Erzeugnisse. Gebäude, Straßen oder Brücken bleiben intakt und können nach der totalen Vernichtung ihrer Erbauer weiterbenutzt werden. Als Waffen sind diese biologischen Teufel ideal.


Viren, Bakterien oder Rickettsien (= Mittelding zwischen Virus und Bakterie), Pilze oder Toxine; Gifte, die von lebenden Organismen hergestellt werden. Diese Stoffe sind tödlicher als alle Gifte und wirken schneller als alles bisher bekannte. Botulinum beispielsweise ist 60mal giftiger als Dioxin und schon ein Gramm reicht um 10 Millionen Menschen zu töten!

Das Militär war immer schon von diesem natürlichen Arsenal des Schreckens fasziniert. Schon im Mittelalter kam es zu Brunnenvergiftungen und gezielten Verseuchungen mit Pest, Cholera oder Tuberkulose. Zuletzt wurde es bei der Ausrottung der Indianer durch die Weißen eingesetzt. Doch der Einsatz der Biowaffen war immer eine Ausnahme. Sie waren zu unsicher, zu unberechenbar und gefährlich. Wie leicht konnte eine Krankheit auch die eigenen Reihen befallen!
Erst im Zweiten Weltkrieg wurden B-Waffen systematisch für die Kriegsführung getestet. 1941 und 1942 warfen die Briten als erste auf einer schottischen Testinsel einige Bomben mit einem, Milzbrand verursachenden, Virus ab (eine Krankheit mit hoher Sterblichkeitsrate). Der Erfolg war verblüffend (und abschreckend): noch 1979 war die Insel so stark verseucht, daß man sie nur mit Schutzanzügen betreten konnte. Auch die Russen machten einige Versuche auf einer kleinen Insel mit dem Namen „Wiedergeburt“. Um diese Insel gibt es auch heute noch Streitereien, da sie durch Trockenlegung an das Festland angegliedert werden soll, wobei die Gefahren nicht feststehen, die sich durch mögliche Krankheitserreger ausbreiten könnten. 1981 wurde enthüllt, daß Seinerzeit von den Briten eine Bombardierung der Städte Aachen, Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg Stuttgart und Wilhelmshaven mit Milzbrandbomben erwogen wurde. Diese Städte währen wahrscheinlich noch heute unbewohnbar, wenn der Plan wirklich ausgeführt worden wäre.

Auch die Japaner machten zwischen 1940 und 1944 einige Versuche in Richtung B-Waffen. Sie bombardierten 11 chinesische Städte mit Pest und anderen Krankheitserregern und machten mit 3000 Kriegsgefangenen grauenhafte Menschenversuche mit mehr als 20 verschiedenen Krankheitserregern. 1000 dieser menschlichen Versuchskaninchen starben. Obwohl auch Amerikaner unter den Opfern waren, versuchten die USA diesen Vorfall zu vertuschen – erst Anfang der 80er Jahre konnte dieser Skandal publik gemacht werden.

Doch sogar die US-Army benutzte ihr eigenes Land in den 50er und 60er Jahren als Testgelände für verschiedene B-Waffen, ohne die ahnungslose Bevölkerung zu informieren. Doch 1970 erklärte sich die USA öffentlich bereit, auf den Einsatz und die Vorbereitung von B-Waffen zu verzichten.

Am 10. April 1972 wurde in London, Moskau und Washington D.C. die B-Waffen-Konvention unterzeichnet, die das internationale Verbot von B-Waffen darstellte. Bis heute sind 130 Staaten diesem ersten, wichtigsten Abrüstungsabkommen beigetreten.
Ein Jahr später gelang es jedoch in den amerikanischen Versuchslabors erstmals fremde Erbmasse in ein Bakterium einzuschleusen. Somit war es möglich biologische „Designer-Kampfstoffe“ zu konstruieren.
Mit diesem genetischen Fortschritt stieg auch wieder das Interesse für die Militärs und sofort begann man mit der Wiederaufnahme der Produktion für B-Waffen. Das Pentagon

steigerte seine B- und C- Waffenproduktion in den Jahren 1980 bis 1987 um unglaubliche 554 Prozent auf 1,44 Milliarden Dollar! Dabei stiegen die Ausgaben für sogenannte „biologische Verteidigungsforschung“ von 15 Millionen Dollar auf 90 Millionen Dollar. Und all diese Forschung verstößt öffentlich nicht einmal gegen die B-Waffen Konvention von 1972, da dort die „defensive“ Forschung ausdrücklich erlaubt wurde. Da zu dieser Zeit die Sowjetunion als großer Gegner der USA dastand, und anerkanntermaßen weit mit der B-Waffenforschung im Rückstand zu den USA lag, hätte es leicht zu einer Forschungswelle von Seiten der UdSSR kommen können. Dann hätte diese Gegenforschung leicht zu einer fürchterlichen Eskalation im Bereich der B-Waffen geführt.

Wobei es hier auch schwer zu unterscheiden ist, was als „offensiv“ und was als „defensiv“ angesehen wird. Wer B-Waffen einsetzt, muß natürlich auch seine eigenen Soldaten gegen diese Kampfstoffe impfen und die Entwicklung von Impfstoffen benötigte ungleich mehr Zeit als die Erschaffung von biologischen Waffen.

Auch die NATO begann in enger Zusammenarbeit mit dem Pentagon mit der Erforschung von B-Waffen und, wenn nötig auch mit der Erzeugung von Gegenmitteln (daß bedeutet, wenn es niemand anders machte, so mußte sich eben die NATO darum kümmern). Auch in Deutschland wurden an der Universität Hannover Forschungen zu biologischen Kampfstoffen im Auftrag der NATO betrieben. Auch wurde bekannt, daß die angeblich nichts verschweigende NATO doch einige Geheimprojekte laufen hatte. So wurde sowohl ein Geheimlabor verschwiegen, daß den internationalen Sicherheitsstandarts für B-Waffenforschung genügte und somit für diese Forschung eingesetzt wurde als auch ca. 40 Projekte die entweder direkt oder indirekt mit der B-Waffenforschung in Zusammenhang gebracht werden konnten.

Viele Wissenschafter meinen daß diese neuen B-Waffen noch viel teuflischer werden könnten als alle bisherigen chemischen und atomaren Kampfstoffe. So ist es den US-Militärs bereits gelungen die Gene zahlreicher Biogifte zu sequenzieren und zu klonen. Damit können im Bedarfsfall leicht und schnell Unmengen dieser Kampfstoffe ohne großen Aufwand erzeugt werden.

Auch wird an der synthetischen Erzeugung verschiedener Gifte gearbeitet, wie z.B. dem Pilzgift Tricothecene („Gelber Regen“) welches bei 30-300mal geringerer Dosierung als bei Nervengasen ungleich höheren Schaden anrichten könnte. Diese Kampfstoffe wären militärisch sicherlich reizvoll, da nicht feststünde ob sie zu den B- oder zu den C-Waffen gezählt werden müßten – und C-Waffen sind noch nicht international geächtet.

Somit wurden viele der 1972 geregelten B-Waffen-Einschränkungen nutzlos geworden. So z.B. die Lagerbestimmungen, da mit den neuen Technologien in kürzester Zeit die entsprechenden Stoffe erzeugt werden könnten und somit Lager überflüssig wären. Auch Verbote für Fabriken zu B-Waffenerzeugung wären überflüssig. „Eine normale Impfstofffabrik“ meinten die Wissenschaftler „ließe sich in zwei Tagen in eine B-Waffenfabrik umfunktionieren“.

Trotz vieler gerichtlicher Erlässe gegen das Pentagon und seine unverantwortliche Forschung, sahen doch viele Forscher in naher Zukunft einen Rüstungswettlauf in Richtung B-Waffen auf sich zukommen, der die Atomrüstung noch in den Schatten stellen würde. Würde es dazu kommen, daß man, wie jetzt, nicht nur „waffenfähiges Plutonium“ bewachen würde müssen, sondern auch „waffenfähige Viren“?

Mit der Auflösung der Sowjetunion wurde den USA der große Feind genommen, und somit konnte die B-Waffenforschung nicht mehr gerechtfertigt werden, aber mit der Abschwächung des Ost-West-Konfliktes, trat statt dessen der Nord-Süd-Konflikt in den Vordergrund. Im Jahr 1990 bekräftigte der US-Verteidigungsminister, daß mehrere Staaten des fernen Ostens leicht B-Waffenlager besitzen könnten. Zu diesen Staaten zählten Irak, Iran, Syrien, Libyen und Nordkorea. So wurde der Irak schon im April 1990 vom NBC beschuldigt nahe der Stadt Salman Pak B-Waffen zu erzeugen. Diese Vorwürfe wurden von Saddam Hussein entschieden zurückgewiesen, aber es bleibt zu bedenken, daß keiner der Nahoststaaten die B-Waffen-Konvention von 1972 unterzeichnet hatte.

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Anna

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