Kriegsschulddiskussion-1.-Weltkrieg

Kriegsschulddiskussion-1.-Weltkrieg​ - ein Geschichte Referat

Dieses Referat hat Maxi geschrieben. Maxi ging in die 9. Klasse. Für dieses Geschichte Referat hat wurde die Note 1 vergeben.
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Dies ist ein Artikel geschrieben von SchülerIn Maxi , schulnote.de ist weder für die Richtigkeit noch für die Quelle verantwortlich.

eine Kriegsschulddiskussion über den 1. Weltkrieg (Gymnasium)

Kriegsschulddiskussion
1. Weltkrieg

Ich bin der Meinung, dass Deutschland die Hauptschuld am 1. Weltkrieg trägt.
Denn Wilhelm II hat mit seiner Außenpolitik die anderen Großmächte schon sehr
provoziert, wie ich finde. Er verschob das europäische Gleichgewicht, forcierte den
Rüstungswettlauf zwischen den Großmächten und kalkulierte kriegerische
Auseinandersetzungen sogar mit ein.
Zum Beispiel versuchte er – wenn auch indirekt und eher unbewusst – mit seiner
Flottenpolitik (also dem Bau einer Kriegsflotte) Englands Stellung als Seemacht
zu gefährden. Natürlich ist ihm das letztendlich nicht gelungen, England ist
Seemacht geblieben, denn die deutsche Flotte konnte mit dem „Riesen“ England
nicht mithalten. Trotzdem fühlte England sich dadurch logischerweise bedroht und
hatte so eine größere Kampfbereitschaft, denn die Seemacht würden die
Engländer ganz sicher nicht einfach aufgeben. Durch diese Provokation waren sie
Deutschland gegenüber natürlich auch feindlicher gesinnt, und das könnte auch
ausgelöst haben, dass das Bündnis zwischen den Engländern, Franzosen und
Russen ( „Triple Entente“ ) verstärkt worden ist.
Auch die Kolonialpolitik Wilhelms II trug dazu bei, dass der 1. Weltkrieg
ausbrach. Wobei man dem deutschen Kaiser jedoch für sein Interesse an neuen
Kolonien und „einem Platz an der Sonne“ keinen Vorwurf machen kann, denn
daran waren ja alle Großmächte interessiert; an Kolonien, damit Reichtum und
einer Stellung als Weltmacht. Für seine „Politik der freien Hand“ kann man ihm
sehr wohl einen Vorwurf machen. Diese Außenpolitik beinhaltete, dass ein Staat
auf Bündnisse verzichtet, um bei seinem eigenen Handeln keine Rücksicht auf die
Interessen seiner Alliierten nehmen zu müssen. Wilhelm wollte verzweifelt
Kolonien erwerben und für Deutschland eine Weltmachtstellung erreichen, doch er
war spät dran; zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Kolonien nämlich schon
vergeben. Händeringend suchte er sich die letzten Stücke Land zusammen. Durch
die „Politik der freien Hand“ versuchte er also, Kolonien zu erwerben, was an sich
ja nicht weiter schlimm gewesen wäre; doch er ließ es zu, dass viele Bündnisse,
die Bismarck vor ihm aufgebaut hatte, in die Brüche gingen. Er kalkulierte also
kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Deutschland und anderen
Großmächten ein, indem er es zuließ, dass wichtige Bündnisse, die zur Erhaltung
des Friedens in Europa beitrugen, verloren gingen und so Verbündete zu Feinden
wurden.
So verschob er das europäische Gleichgewicht mit seiner Bündnispolitik, indem er
es zuließ, dass Frankreich aus der Isolation wieder herauskam und sich mit
anderen Großmächten (Russland, Großbritannien) verbündete. So entstand
während seiner Amtszeit 1904 zuerst das Bündnis zwischen Frankreich und
Großbritannien ( „Entente Cordiale“) und 3 Jahre später wurde in dieses Bündnis
noch Russland aufgenommen („Triple Entete“ / „Dreikaiserbündnis“). Die Schuld
dafür, dass sich Frankreich und Russland überhaupt erst verbündeten, kann man
teilweise auch Wilhelm II. in die Schuhe schieben, denn als er 1890 den
Rückversicherungsvertrag mit Russland nicht verlängerte, näherte sich dieses
Frankreich an. Durch diese ganzen Bündnisse herrschte für Deutschland jetzt
natürlich die Gefahr eines Zwei-Fronten-Kriegs, da es von den verbündeten
Großmächten Frankreich, Großbritannien und Russland eingekesselt war. Dadurch
war Deutschland sicher auch kampfbereiter, als es der Fall ohne dieses
Eingekesselt-Sein gewesen wäre.
Natürlich ist nicht nur die Außenpolitik Schuld am 1. Weltkrieg. Denn es braucht
ja Völker, die bereit sind, in den Krieg zu ziehen – sonst würde es schließlich
keinen Krieg geben. Eine Ursache des 1. Weltkriegs war nämlich auch der
Nationalismus – und auch der teilweise vorhandene Chauvinismus der
Bevölkerung in den einzelnen Ländern. In vielen Ländern wurden durch
patriotische Reden die Leute „heiß“ auf den Krieg gemacht. Ein Beispiel hierfür
möchte ich mit der „Hunnenrede“ von Wilhelm II. anführen. Diese wurde in
Bremerhaven am 27. Juli 1900 vom deutschen Kaiser gehalten, um das deutsche
Expeditionskorp zu verabschieden. Man muss jedoch dazu sagen, dass man
martialische Reden im Zeitalter des Nationalismus und Imperialismus gewöhnt
war und der Kaiser da kein Einzelfall war. Zu dieser Zeit wirkten diese markigen
Worte keinesfalls so katastrophal, wie es heute vielleicht der Fall gewesen wäre.
Sicherlich schürte es die Kamfbereitschaft und das Nationalitätsbewusstsein der
Deutschen. Doch in Wirklichkeit wurde man erst nach dem Ausbruch des 1.
Weltkrieges so richtig darauf aufmerksam. Gern wird der Kaiser sehr verkürzt, mit
den Zeilen
„Pardon wird nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht“ zitiert. Im
Nachhinein war diese Rede sicherlich eine von mehreren Ansprachen, die dazu
beitrugen das Selbstbewusstsein der Deutschen zu stärken und so die Euphorie
über einen Kampf überhaupt erst zu entfachen. Kurz vor Ausbruch des 1.
Weltkrieges kann man fast sagen, dass die Deutschen – und sicherlich auch
andere Völker – sich fast darauf freuten, ihre Stärke beweisen zu können, denn
jedes Land war überzeugt von sich selbst und dachte, es würde die anderen ganz
schnell und einfach besiegen. Und weil jedes Land so dachte, hatte auch keine
der Großmächte Angst, in den Krieg zu ziehen und alles dafür zu tun, um zu
gewinnen. Und die letzten Zweifel wurden dann von den bestehenden Bündnissen
(oben erwähnt), die dazu verpflichteten, mit den Verbündeten in den Krieg zu
ziehen, beseitigt.
Vermutlich durch dieses Selbstbewusstsein gestärkt hatte Deutschland
Österreich- Ungarn freie Hand gelassen, was die „Bestrafung“ Serbiens nach dem
Anschlag auf den österreich-ungarischen Thronfolger am 28. Juni 1914 anging.
Man kann sagen, dass Deutschland Österreich – Ungarn dazu geraten hat, Serbien
ein Ultimatum zu stellen und ihnen schließlich am 28. Juli 1914 den Krieg zu
erklären. Man kann sogar noch weiter gehen und behaupten, dass Deutschland
einen Krieg mit Serbien wollte, um die europäischen Machtverhältnisse zu
verschieben. Bestimmt waren sie sich sicher, dass sie gewinnen würden und ein
solcher Krieg in jedem Fall positiv für Deutschland enden würde. Und das, obwohl
allgemeinhin bekannt war, dass Serbien mit Russland verbündet war. Russland
sicherte Serbien seine Unterstützung zu, und da Russland auch mit
Großbritannien und Frankreich verbündet war, lag nahe, dass auch diese beiden
Großmächte sich gegen Österreich – Ungarn (und somit auch gegen Deutschland)
stellen würden. Und trotzdem schreckte sowohl Österreich – Ungarn, als auch
Deutschland, vor einem Krieg nicht zurück. Nach der Kriegserklärung von
Österreich – Ungarn folgten dann natürlich weitere Kriegserklärungen, z.B. von
Deutschland an Russland (weil Deutschland sich dadurch bedroht fühlte, dass
Russland seine Truppen mobilmachte) und der Ausbruch des 1. Weltkrieges
folgte.
Ein weiterer „Beweis“, dass Deutschland einen Krieg wollte, sind die
Denkschriften von den Annexionisten Matthias Erzberger und Heinrich Claß, in
denen die – doch sehr aggressiv erscheinenden – Kriegsziele aufgestellt wurden.
Diese Schriften beinhalteten die politische und wirtschaftliche Hegemonie
Deutschlands in Europa. Außerdem planten sie ein, das Gebiet des Reiches zu
vergrößern und Belgien unter deutsche Vorherrschaft zu stellen. Frankreich sollte
wirtschaftlich und militärisch langfristig unterlegen sein, was dann doch ein sehr
aggressives und großes Ziel war. Natürlich wurden diese Kriegsziele in ganz
Deutschland bekannt gemacht und fanden viele Anhänger im deutschen Volk.
Auch dadurch wurde sicherlich die „Kriegslust“ der Bevölkerung verstärkt.

Nach meinen bisherigen Ausführungen könnte man denken, dass Deutschland die
Alleinschuld trägt. Ich möchte im Folgenden jedoch noch einmal darauf hinweisen,
dass auch die anderen Großmächte eine Schuld am Ausbruch des 1. Weltkriegs
haben.
Alle Großmächte strebten nach Kolonien und Weltgeltung. Alle wollten gerne
einen „Platz an der Sonne“ haben. Der einzige Unterschied zwischen Deutschland
und den anderen Großmächte war, dass Deutschland die „Politik der freien Hand“
durchführte. Somit gingen wichtige Bündnisse verloren, das europäische
Gleichgewicht bezüglich der Bündnisse wurde verschoben und wie wir wissen,
waren auch die Bündnisse Schuld am Ausbruch des 1. Weltkrieges.
Weiterhin ist zu beachten, dass auch in anderen Ländern patriotische Reden
gehalten wurden, nicht nur in Deutschland. Fast jedes Land wollte sein Volk
„vereinen“ und so eventuell auch erreichen, dass die Leute im Falle eines Krieges
bereit waren zu kämpfen.

Anmerkungen meiner Lehrerin:
– die Rollen der anderen Großmächte noch stärker untersuchen!

http://www.deutsche-schutzgebiete.de/hunnenrede.html , 16.02.2012
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/104088.html#inside, 17.01.2012
http://www.dhm.de/lemo/html/wk1/innenpolitik/annexionisten/index.html,
17.01.2012

Direktor Schulnote.de

Maxi

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Geschichte
Schulfach

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